Wasserburg Haus Graven Langenfeld

Langenfeld: Zukunft der Wasserburg bleibt unsicher

Der Vertrag zwischen Förderverein und der Stadt Langenfeld läuft 2020 aus.

Seit acht Jahren kümmert sich der Förderverein um die Wasserburg Haus Graven. Er hat seit der damaligen Öffnung des zuvor privat genutzten Gebäudes für Besucher Kunstausstellungen und Konzerte organisiert, die gut besucht waren. Und der Verein hat zum Ritterfest auf die Burg eingeladen. „Seit dem 1. Januar 2011 läuft der Vertrag“, sagt Lothar Marienhagen. Er und seine Mitstreiter müssen ihn erfüllen. Das macht die Sache schwierig. Denn sollte der Vertrag enden, benötigt der Verein Zeit, notwendige Renovierungen anzugehen. „Dafür haben wir Geld zurückgelegt“, sagt Marienhagen. Doch planen kann er mit der ungewissen Zukunft nicht.

Marienhagen selbst hat keinen direkten Kontakt zur Vermieterin in München, die das Anwesen geerbt hat. Vertragspartner des Vermieters ist die Stadt. Der Verein hat den Betrieb übernommen. „Das hat sich gerechnet“, sagt Marienhagen. Für den Verein und auch für die Stadt.“ Der anfängliche Zuschuss der Stadt von 50 000 Euro ist auf 35 000 Euro reduziert worden, weil der Verein so gut wirtschaftet hat. Das haben einige anfangs nicht für möglich gehalten.

Doch mit Blick auf die Zukunft der Wasserburg ist der wirtschaftliche Erfolg nachrangig. Denn die Stadt als Verhandlungsführer kann noch keine Ergebnisse präsentieren. Das hatte im Kulturausschuss für heftige Kritik seitens der BGL an der Mehrheitspartei CDU sowie Bürgermeister Frank Schneider (CDU) gegeben. „Unabhängig vom Vorstoß der BGL-Fraktion sind die Gespräche mit dem Eigentümer vereinbarungsgemäß fortgeführt worden“, sagt Schneider. Im Dezember letzten Jahres habe es mehrere Gespräche mit der Vertretung der Eigentümerin gegeben, deren Ergebnisse noch nicht abschließend seien.

Bis zum Frühjahr soll feststehen, wie es in Haus Graven weitergeht

Verschiedene Untersuchungen auf beiden Seiten seien notwendig. „Ziel aller Beteiligten ist es, bis zum Frühjahr eine Lösung zu finden“, so Schneider. In welche Richtung diese geht, sei offen. „Fakt ist aber, dass es mein Bestreben war und ist, dieses Haus weiterhin für die Öffentlichkeit im Sinne einer vornehmlich kulturellen Nutzung zugänglich zu halten.“ Und das sei nicht erst aufgrund des politischen Vorstoßes der BGL so, die die Anmietung der Wasserburg seinerzeit nicht unterstützt habe. Es sei bereits beim Vertragsabschluss 2010 Schneiders Intention gewesen, dieses Haus bei erfolgreichem Betrieb und großer Publikumsresonanz auch über 2020 hinaus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Dass sich dieser Erfolg eingestellt hat, bezweifelt wohl niemand, auch nicht mehr die BGL“, sagt Schneider. „Nun gilt es, die Rahmenbedingungen einer Fortführung in eine für alle Beteiligten gangbare Form zu gießen.“

„Es wäre mir lieb, wenn wir bald etwas wüssten“, sagt Marienhagen, der die Vertragsbedingungen erfüllen muss. „Caterer und Hausmeister zum Beispiel haben ihre Verträge bis 2020“, sagt er. „Und wir sind verpflichtet, das Gebäude in Schuss zu halten.“ Bis 2005, so erläutert er, habe es noch Mieter auf dem Anwesen gegeben. Dann habe das Gebäude leer gestanden. „Investitionen hat es keine gegeben“, sagt Marienhagen. Möglicherweise würden solche künftig fällig, um die Substanz der historischen Burg zu erhalten. Dabei stünde die Frage im Raum, wie diese finanziert werden. „Wir haben schon 2017 ein Stiftungsmodell entwickelt und nach München an die Eigentümerin geschickt.“ Große Investitionen, so viel stünde fest, könne der Verein mit seinen rund 150 Mitgliedern nicht stemmen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung