Langenfeld/ Leverkusen: Wasserbüffel-Einsatz auf A 3 sorgt für Streit

Langenfeld/ Leverkusen: Wasserbüffel-Einsatz auf A 3 sorgt für Streit

Nachdem die tonnenschweren Tiere in der Nacht zu Montag für eine Sperrung gesorgt und einen Mega-Stau verursacht hatten, streiten Halterin und Polizei über Vorgehen und Kosten.

Langenfeld/ Leverkusen. Die Wupper plätschert leise, das kniehohe Gras weht im Wind. Kopfweiden säumen die Weide. Idyllisch ist es hier in der Aue im Landschaftsschutzgebiet Pescher Busch, in Leverkusen nahe der Stadtgrenze zu Langenfeld. Am Tag nach ihrem Ausflug auf die A 3 mit Vollsperrung über Nacht und langen Staus stehen die fünf Wasserbüffel wieder hier auf ihrer Weide. Sie grasen. Besitzerin Elke Quanz (50) hat sie gestern Morgen mit dem Treibewagen die 2,5 Kilometer lange Strecke von Langenfeld nach Leverkusen getrieben. Die kleine Herde — zwei Kühe, ein Bulle, zwei Kälber — hatte die Nacht auf einem Bauernhof in Langenfeld verbracht.

Nach dem Ausbruch der bis zu einer Tonne schweren Büffel auf die A 3 und ihrer vorübergehenden Betäubung durch eine Tierärztin erklärte der Bauer von der Grünewaldstraße in Reusrath sich kurzfristig bereit, die Tiere aufzunehmen. „Das war sehr nett von ihm“, sagt Quanz. Lange habe sie nicht gewusst, wo ihre Büffel sind, wie es ihnen geht.

Quanz ärgert sich darüber, wie der Einsatz in der Nacht zu Montag auf abgelaufen ist. Sie sagt, das hätte man unkomplizierter machen können. Ohne dass die Autobahn für so viele Stunden hätte gesperrt werden müssen. Auf dem A3-Stück zwischen Leverkusen und Langenfeld war der Verkehr zwischen 23 Uhr am Sonntagabend und kurz vor 8 Uhr am Montag komplett zum Erliegen gekommen — eine Geduldsprobe für Autofahrer. Als die Polizei am späten Sonntag bei ihr klingelte, lag Quanz schon im Bett und schlief. Ob sie Rinder hätte? „Ich sollte sofort kommen. Die wären auf der Autobahn, die würde jetzt gesperrt.“ Quanz zog sich an, packte das Auto — „mit Stricken, Halfter, Brot, Eimer“. Sie sei dann lange über die Autobahn gelaufen und habe ihre Tiere gesucht. „Ich hatte ganz kurz Kontakt mit dem Bullen, der direkt handzahm zu mir kam. Dann musste ich das Gelände verlassen, durfte nicht mehr zu den Tieren.“

Quanz hatte der Polizei vorgeschlagen, den Treibwagen zu holen. Sie wollte die Tiere dort reinlocken und im Schritttempo von der Autobahn führen. Daraufhin gab es aber offensichtlich Streit. „Die Polizei konnte sich das nicht vorstellen, das Risiko wäre zu groß, dass die Tiere sich noch mal von der Stelle bewegen“, sagt Quanz. Tierexperten des Kölner Zoos brachten die schwergewichtigen Büffel mit Betäubungspfeilen zur Ruhe. Dann hob ein Kran die Tiere von der Fahrbahn und in einen Transporterwagen.

Der Einsatz könnte die Tierhalter-Familie aus Weichlingen jetzt teuer zu stehen kommen. Die Polizei hat angekündigt, Kostenersatz für den Einsatz zu prüfen. Die Polizei argumentiert: Die Tiere seien unkontrolliert über die Fahrbahn gelaufen und hätten Fahrzeuge beschädigt, sagt Polizeisprecher Christoph Schulte. Der Vorschlag der Halterin, die Büffel mit Futter von der Fahrbahn zu locken, sei den Einstazleitern aufgrund der akuten Gefahrenlage nicht erfolgversprechend erschienen. „Das war für uns keine Lösung“, sagt Schulte. Das hätten auch Experten des Zoos so bewertet. Über die Entscheidung, die Tiere zu betäuben, habe es Streit gegeben. Erst danach sei der Büffelbesitzerin Platzverweis erteilt worden.

Und wie geht es den Tieren am Tag nach der Betäubung? „Nachdem es ihnen am Montag sehr schlecht ging, wieder gut“, sagt Quanz. Viel Hunger hätten sie. Entwichen waren sie übrigens durch ein Loch im Zaun. Möglicherweise nachdem ein umgestürzter Baum den Weg frei gemacht hatte, sagt Quanz.