Volksschule an der Solinger Straße: Klassentreffen nach 59 Jahren

Volksschule an der Solinger Straße: Klassentreffen nach 59 Jahren

Peter Skrotzki will die Schulzeit aufleben lassen und sucht mit einer Internetseite nach Klassenkameraden und Lehrern.

Langenfeld. Peter Skrotzki kann sich noch bestens an seinen ersten Schultag erinnern. Es war der 16. April 1953. „Stolz wie Oskar“ hielt er still, damit seine Eltern das Foto machen konnten. Die Lederschuhe waren poliert, das blonde Haar streng gescheitelt. Das Jackett saß etwas spack, in der linken Hand hielt er die kleine Schultüte, rechts die Tasche.

Nur wenige Wochen ging Peter Skrotzki in die evangelische Volksschule an der Schulstraße. Dann zog er mit seiner Familie nach Immigrath an die Feldstraße. Sein erstes Zeugnis erhielt Skrotzki schon von der evangelischen Volksschule an der Solinger Straße. Gute Erinnerungen hat der heute 65-Jährige an die dort verbrachte Schulzeit. Besonders Fräulein Greiser hatte es ihm und seinen Mitschülern angetan.

„Das war eine sehr nette Lehrerin“, sagt er. Sie und viele Mitschüler will er wiedersehen. „Ich traf Rolf Paulzen auf einer Veranstaltung in Langenfeld. Wir unterhielten uns nett, sprachen über die Vergangenheit und hatten schließlich die Idee, ein Klassentreffen in Langenfeld zu organisieren“, sagt Skrotzki, der mittlerweile seit 13 Jahren in München lebt.

Skrotzki kreierte eine Internetseite, auf der er Fotos aus der Schulzeit veröffentlicht — ein Gruppenbild der Lehrer, Schnapschüsse aus den Klassenräumen und Schulpartys. Seine Schulkameraden — und vor allem die Lehrer — sollen sich auf den Fotos wiedererkennen und ebenfalls Bilder zur Verfügung stellen. „Dann bekommen wir hoffentlich eine Menge Leute zusammen“, sagt Skrotzki. Vor allem auf das Fräulein Greiser hofft der Wahl-Münchner. „Der Sohn des Lehrers Rudolf sagte mir, Fräulein Greiser lebe noch“, sagt er.

Von Anfang 1953 bis Oktober 1955 war sie Skrotzkis Klassenlehrerin. „Bei Fräulein Greiser waren nach mir auch meine Schwestern Monika und Diana sowie meine Nichte Martina in der Klasse“, sagt der 65-Jährige. Seine Schwester Diana arbeitet heute als Gleichstellungsbeauftragte im Langenfelder Rathaus.

Am 9. Mai 1957 wurde die „neue Schule“ am Fahlerweg eingeweiht. „Im April 1957 zogen wir in die neu gebaute evangelische Volksschule am Fahlerweg und hatten es nun komfortabler. Nun war endlich Platz für die Schüler. Die Klassenräume waren hell und freundlich“, schreibt Skrotzki auf seiner Internetseite.

Ab April 1960 jedoch wurde das Leben „ein wenig schwerer“, sagt Skrotzki. Wir bekamen Rektor Bohlmann als Klassenlehrer. „Er war etwas strenger als die beiden Damen. Ablenken konnten wir ihn nur, wenn wir ihn über seine Heimat, den Oderbruch, befragten“, sagt Skrotzki mit einem Augenzwinkern. Und auch Musiklehrer Schwarz ist ihm in Erinnerung geblieben. „Er wurde Jakob genannt — warum weiß ich gar nicht mehr. Aber ich weiß, dass er nicht singen konnte, es aber trotzdem tat“, sagt Skrotzki und lacht.

Die evangelische Volksschule wurde 1962 noch einmal erweitert und später zur Gemeinschaftshauptschule. Skrotzki war zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses der beiden Hauptschulen Wilhem-Würz und Käthe-Kollwitz im Jahr 1988 jedoch schon lange „über alle Berge“. Er empfing sein Abschlusszeugnis am 22. März 1961.

In der Chronik der Schule folgt nun ein weiterer Punkt: Das Schulleben hat ein Ende, die Käthe-Kollwitz-Schule wird aufgelöst. Nun wird dort eine weitere Kindertagesstätte entstehen.

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