Unterwegs mit Bus und Böötchen — so kurios war 2010

Unterwegs mit Bus und Böötchen — so kurios war 2010

Das Jahr bot Überraschendes und Erstaunliches: Das Piwipper Böötchen wird wieder entdeckt. Die Kirche funkt der Politik dazwischen. Der neue Fahrplan verwirrt.

Monheim. 2010 hat Monheim einige Neuanfänge gebracht — manch einer war nicht ganz freiwillig. Das Jahr im Überblick:

Januar

28. Das bisschen Haushalt: Bürgermeister Daniel Zimmermann und Kämmerer Max Herrmann planen den Haushalt 2010 — und rechnen mit einem Defizit von 20,8 Millionen Euro.

Februar

15. Monnem feiert: Es ist der Party-Höhepunkt des Jahres: 50 000 Jecken feiern am Rosenmontag auf Monheims Straßen. Ist das noch zu toppen? Das muss das kommende Jahr zeigen. Dann lautet das Motto „Janz Monnem jubiliert vor Jlöck — mer krieje us Piwipp zurück“.

März

1. Höchststand: Das Hochwasser des Rheins erreicht am Pegel Köln mit 6,83 Meter seinen Höchststand.

April

21. Schiff Ahoi: Der Verein Piwipper Böötchen will den 1977 eingestellten Fährverkehr nach Dormagen wieder aufleben lassen. Ruck zuck kommen 100 000 Euro Spenden zusammen. Im August wird die Anlegestelle geliefert. Das „Böötchen“ selbst wird noch restauriert und soll ab Mai 2011 schippern.

Mai

13. Ausgefeiert: Das 8. Festival im Spiegelzelt ist wegen hoher Kosten vermutlich das letzte.

Juni

2.-6. Volltreffer: Der 1. FC Monheim feiert im Rheinstadion sein hundertjähriges Jubiläum.

Juli

16. Teuer bezahlt: Ein peinliches Kapitel in der Wirtschaftsgeschichte der Stadt geht zu Ende: Der Verkauf des Rheinpark-Grundstückes an den Recycler IMR wird nach Protesten aus der Bevölkerung rückgängig gemacht. Die Stadt kostet es 3,4 Millionen Euro und viel Häme. Das Gelände selbst ist gerade einmal 1,5 Millionen Euro wert.

August

29. Der Neue ist da: Der neue Fahrplan der BSM sorgt für Verwirrung. Bessere Anschlüsse an die S-Bahn soll er bringen. Stattdessen ärgern sich die Fahrgäste darüber, dass der Sandberg nicht mehr angesteuert wird, über längere Wege zu Haltestellen und Verspätungen. Die BSM versprechen, nachzujustieren.

31. Einigung: Die private Hochschule für Unternehmensführung wollte im Oktober im städtischen Mega-Gebäude im Rheinpark starten. Doch dann reklamiert sie Schäden am Bau. Die Stadt hält einen Einzug für machbar. Ende August einigt man sich auf etwas ganz anderes: Die Hochschule mietet drei statt zwei Etagen an, zahlt aber erst ab 2011 Miete. Im April soll der Betrieb beginnen.

September

22. Streetball: Zwei junge Männer wünschen sich einen Streetball-Platz — und setzen ihn auf der Baumberger Bürgerwiese in die Tat um. Für Lucas Risse und Alexander Rose ist dass gleichzeitig ihre Abschlussarbeit an der „Junior Management School“.

Oktober

3. Initiative: Pfarrer Franz Böhm, der von der Kanzel aus gegen die Nazis predigte, spielt im heutigen Gemeindeleben noch eine große Rolle. Im Oktober beginnt die Gemeinde St. Gereon damit, Unterschriften für eine Seligsprechung zu sammeln. Das Erzbistum sieht gute Chancen, letztlich aber entscheidet der Papst.

14. Nur Bahnhof: Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr bewilligt den Bau des neuen Busbahnhofs. In der Summe von einer Million Euro Baukosten sind ein Glasdach, Barrierefreiheit und Beleuchtung enthalten. Mitte 2011 soll der neue Bahnhof stehen.

November

8. Ungewiss: Bundesweit will Bayer 1700 Arbeitsplätze abbauen. In Monheim sollen 180 Jobs wegfallen.

9. Geplatzt: Beim Sportstättenkonzept blieb auch 2010 alles wie gehabt: ein ständiges Auf und Ab. Im November waren dann aber alle baff. Nach all dem Debattieren sorgt die katholische Kirche dafür, dass der Sportplatzbau an der Wolfhagener Straße nicht zustande kommt. Denn das Erzbistum will das dafür benötigte Land nun doch nicht an die Stadt verkaufen. Der Grund: Pächter Bossmann bietet mehr Geld. Die Politik diskutiert über Alternativen.

Dezember

27. Kiosk-Kunst: Das Kiosk in der Unterführung Friedrichstraße hat wieder einen Mieter. Ab sofort arbeitet Beuys-Schüler Heiner Hinrichs aus Urdenbach in der Bude.

Mehr von Westdeutsche Zeitung