Unterrichtsausfall an Realschule: Eltern legen nach

Unterrichtsausfall an Realschule: Eltern legen nach

Weil Lehrer erkrankt sind, fällt jede Menge Unterricht aus. Jetzt wenden sich die verärgerten Eltern an das Ministerium.

Langenfeld. Die Eltern von Schülern der Johann-Gutenberg-Realschule sind sauer. Seit Jahresbeginn sind sechs Lehrer dauerhaft erkrankt, 142 Unterrichtsstunden fallen pro Woche aus.

Besonders hart trifft es den Fachbereich Deutsch — fünf Deutschlehrer sind erkrankt. „Deshalb kommen in diesem Hauptfach in Klasse neun lediglich drei statt der planmäßigen vier Schulstunden zustande“, so Stephan Bilo, Vorsitzender der Elternvertretung.

Kunst und Philosophie fielen komplett für alle Schüler aus sowie viele Stunden in Englisch und Französisch. Die Elternvertretung hat sich nun mit einem offenen Brief an das Schulministerium gewandt.

„Bis zu zehn Stundenplanänderungen pro Klasse mussten die Schüler in diesem Schuljahr schon hinnehmen, mit ständig wechselnden Lehrern, die ihrem Unterricht jeweils ihren eigenen Akzent aufsetzen“, kritisiert Bilo stellvertretend für viele Eltern, deren Kinder die Johann-Gutenberg-Schule besuchen.

„Da unsere Kinder sich nicht nur auf die zentralen Prüfungen vorbereiten müssen, sondern auch gerne die Qualifikation für die Sekundarstufe II erreichen möchten, sehen wir diese durch mehrjährig versäumte Unterrichtsstunden in akuter Gefahr.“

Mit einem Brief haben sich die Eltern bereits an die Bezirksregierung gewandt. Daraufhin kam es zu einem Treffen von Vertretern der Elternpflegschaft, der Schulleitung und der Bezirksregierung. Auch Landtagsabgeordneter Jens Geyer (SPD) nahm am Treffen teil.

Doch das Ergebnis ist für die Eltern mehr als unbefriedigend: „Der Topf der flexiblen Mittel, der von der Landesregierung zur Verfügung gestellt wird und gerade bei der Umverteilung bei Lehrerausfall greifen soll, ist laut dem Vertreter der Bezirksregierung leer“, so Bilo.

Zudem stelle die Bezirksregierung klar, dass an der Schule genügend Lehrer zur Verfügung stünden — für die Elternvertretung „ein Schlag ins Gesicht“. „Mehrfach wurde von unserer Seite auf folgende Tatsache hingewiesen: Die Schule ist zwar mit 100 Prozent Lehrpersonal versorgt, kann überdies sogar fünf Stellen Überhang melden. Nur: Diese Lehrer sind im geforderten Fachbereich nicht qualifiziert“, stellt Vorsitzender Stephan Bilo klar.

Bilo: „In den angebotenen Vertretungsstunden wird mitnichten der vorgeschriebene Deutschunterricht abgehalten, sondern sich mit Filmen die Zeit vertrieben.“ Die Situation werde sich auch künftig nicht entspannen, weil sich viele Lehrer und die Schulleitung an anderen Schulen beworben hätten — auch vor dem Hintergrund, dass die Schule 2018 geschlossen wird.

In dem Schreiben an das Schulministerium zählen sie nun erneut ihre Kritikpunkte auf und fordern von Ministerin Sylvia Löhrmann, dass sie für ihre Kinder „Chancengleichheit“ ermögliche. „Der Wahl-Slogan der Landesregierung war: Wir lassen kein Kind zurück. Diese Situation ist hier so aber genau gegeben.“

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