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Tobias Illmer: Mit Adrenalinkick zur Kajak-WM

Tobias Illmer: Mit Adrenalinkick zur Kajak-WM

Im Oktober nimmt Tobias Illmer (20) an der Weltmeisterschaft im Wildwasser-Kajak teil. Ein Schnupperkurs im Kanu-Club Langenfeld brachte ihn auf den Geschmack.

Langenfeld. „Naturtalent?“ Tobias Illmer winkt ab. „Nö. Mich hat es einfach gepackt“, sagt er knapp. Das spritzende Wasser, der Wind, die Reisen — das alles habe ihn sofort fasziniert. Vor vier Jahren hatte er sich von einem Freund anstiften lassen, einen Schnupperkurs des Kanu-Clubs Langenfeld zu besuchen. Im Oktober nimmt er an der Kajak-Weltmeisterschaft im österreichischem Ötztal teil — dann geht es ins Wildwasser, in dem sich der 20-Jährige am besten aufgehoben fühlt.

Seine erste Eskimo-Rolle machte Illmer aber im Schwimmbad. „Im Schnupperkurs haben wir erst mal gelernt, wie wir unter Wasser aussteigen können“, sagt der Langenfelder.

„Sobald man die Sicherheit beherrscht, geht’s auf die Erft.“ Und dort fühlte sich Illmer sofort zu Hause. „Ich wollte immer, immer mehr.“ Neben den Übungsstunden im Kanu-Club folgten private Wochenend-Ausflüge und Reisen — immer mit Freunden und dem Kajak im Gepäck. „Mit Freunden, die ich im Club kennenlernte, habe ich dann die Flüsse der Umgebung erkundet“, sagt er.

Und auch weiter weg ging es, nach Kalabrien, Korsika oder ins Ötztal nach Österreich. „Die Ötz ist der krasseste Fluss von allen“, sagt Illmer. „Er ist der spannendste, weil er am wenigsten zu kontrollieren ist.“ Auf einer Strecke von zehn Kilometern sei der Kajak-Fahrer auf sich allein gestellt, „vorher ist da kein Rauskommen“. Den Fluss schließlich doch zu bezwingen, sei ein ganz besonderes Gefühl. „Ein Adrenalinkick“ für den ausgebildeten Zerspanungsmechaniker.

Seine Familie, bei der er in Berghausen wohnt, macht sich deshalb häufiger Sorgen. „Wenn ich von unterwegs aus mal nicht anrufe“, sagt er. Aber eigentlich sei sein Umfeld, so auch seine Freundin, mit seinem Hobby einverstanden.

Dass sich Tobias Illmer nach nur vier Jahren zutraut, an einer Weltmeisterschaft im Wildwasser-Kajak (Extreme Kayak World Championship) teilzunehmen, ist für ihn nicht der Rede wert. „Ich fahre dorthin und lasse es auf mich zukommen“, sagt er. Schließlich muss er sich erst einmal unter rund 150 Männern und 25 Frauen beweisen. Denn erst in der Qualifikationsstrecke setzen sich 45 Sportler fürs Finale und somit für die Möglichkeit auf den WM-Titel durch.

Die Voraussetzung zur Teilnahme: Fahrer müssen die Kategorie Wildwasser V beherrschen, die höchste Stufe. Dabei rutschen die Kajakfahrer von Felsvorsprüngen herab, bahnen sich ihren Weg durch enge Kurven und aufpeitschendes Gewässer. „Auf der Ötz habe ich das trainiert. Ich fühle mich bereit“, sagt Illmer.