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Thermomix-Chef erklärt das Erfolgsrezept

Thermomix-Chef erklärt das Erfolgsrezept

Der Vorwerk-Vorstand Andreas Friesch reiste aus Wuppertal nach Langenfeld. Beim Industrieverein sprach er über das Thema „Digitalisierung der Currywurst“.

Langenfeld. 15 000 Markenbotschafterinnen erklären täglich interessierten Frauen eine Küchenmaschine, die 1200 Euro kostet, und von der jährlich weltweit 1,3 Millionen Stück in 45 Länder verkauft werden. Alexander Friesch, seit 2008 Vorstand Thermomix der Vorwerk Deutschland Stiftung, erzählte jetzt rund 90 Mitgliedern des Langenfelder Industrievereins das Geheimnis dieses Erfolgs.

Andreas Friesch, Thermomix-Chef

Für den Industrieverein ist die Digitalisierung der (Arbeits)Welt ein zunehmend wichtiges Thema. Mit dem in Wiescheid wohnhaften Friesch gelang es, zur Mitgliederversammlung in der adventlich geschmückten Dückeburg einen ausgewiesenen Spezialisten für digitale Ideen zu gewinnen.

Frieschs gelungene Präsentation „Die Digitalisierung der Currywurst-Soße“ , angelehnt an eine Spezialität im Sylter Strandrestaurant „Sansibar“, in dem Chefkoch Priebe seit Jahren den Thermomix offensiv bewirbt, zeigte die wesentlichen Elemente der Marketingstrategie.

Es geht darum, „einen komplexen Vorgang wie das Kochen zu vereinfachen“. Friesch verwies auf Studien, wonach sich acht von zehn Menschen von der Qual der Wahl überfordert fühlen: „Viele Konsumenten wissen nicht, was sie wollen, sie balancieren zwischen den individuellen Möglichkeiten und dem Wunsch nach Vereinfachung“.

Der Thermomix erleichtert das Kochen. Dazu gehört, dass man auf dem Display die Zutaten für jedes gewünschte Gericht ablesen kann und dank „Guided Cooking“ wie mit einem Navi im Auto schrittweise beim Kochen begleitet wird.

Die Thermomix-Geschäfts-Idee basiert auf vier Säulen: Der Direktvertrieb (eine Markenbotschafterin wird in einen Privathaushalt eingeladen und kocht) weckt den Bedarf, stellt zugleich sicher, dass die Geräte tatsächlich genutzt werden. Ein sogenannter Fünf-Sterne-Service begleitet die Kunden, am besten dauerhaft; der Zugriff auf tausende Rezepte ist einige Monate kostenlos, dann sind monatlich drei Euro zu zahlen.

Die Thermomix-Besitzer bilden im Netz eine eigene Community — „eine Plattform, um Erfolge sichtbar zu machen und Anerkennung und Lob zu bekommen und Weiterempfehlungen zu fördern“. 2008 besuchten monatlich durchschnittlich 30 000 Interessierte die Thermomix-Rezeptwelt, zuletzt im November 2016 waren es 9,5 Millionen Nutzer. Zehn eigene Mitarbeiter begleiten in den sozialen Netzwerken fast 24 Stunden die Internetdiskussionen zum Thermomix, 150 Programmierer arbeiten an der eigenen Software.

Rund 80 Millionen Euro hat Vorwerk investiert, um die Fertigungskapazitäten am Standort Wuppertal zu vergrößern.