Streit um Martinszüge in Langenfeld : CDU schreibt Martinszüge nicht ab

Der Jugendamtselternrat der Stadt Langenfeld gibt nicht auf. Bei der Sitzung am Dienstagabend soll diskutiert werden, ob Eltern sich bereit finden, einen Martinszug in Langenfeld zu organisieren. Rund 2300 haben die Petition für einen Zug schon unterschrieben.

Schützenhilfe bekommt der Jugendamtselternrat jetzt von der CDU in Langenfeld. „St. Martin ist das Fest der Nächstenliebe. Schon im vergangenen Jahr mussten die Kinder auf dieses schöne Ereignis verzichten“, sagt Ratsherr Ingo Wenzel. „Mit dieser Entscheidung gehen die Schulen und Stadtverwaltung weit über die Einschränkungen der aktuellen Coronaschutzverordnung hinaus, die Veranstaltungen im Freien mit bis zu 2500 Teilnehmenden ohne Auflagen ermöglicht“, kommentiert Wenzel.

 Das es anders geht, zeigen umliegende Städte wie Monheim oder Düsseldorf. Dort werden Martinszüge wieder ausgerichtet. „Die CDU Langenfeld ruft daher zu einem schnellen Umdenken der Schulen und Stadtverwaltung auf und wird private Initiativen, St. Martin im Freien zu feiern, gerne unterstützen, sofern die Einhaltung der notwendigen Hygieneregeln im Freien garantiert ist.“

Auch im Netz reißt die Diskussion nicht ab. „Hauptsache, in der Stadt gibt es ein Springbrunnen-Event ohne jegliche Kontaktverfolgung, Abstandsregel oder 2G/3G Nachweis! Die Kinder dürfen es wieder ausbaden und bekommen die Verbote! Danke Stadt Langenfeld Rhld.“, schreibt Mai Imi. Stephan Clemens stellt klar: „Bleibt doch bitte bei der Wahrheit. In Monheim finden keine „städtischen“ Züge statt. Ausrichter sind Vereine wie das Martinskomitee. Weder in Langenfeld noch in Monheim ist die Austragung der Züge Aufgabe der Verwaltung.“

Thomas Jagieniak vom Vorstand der Langenfelder Stadt-Schulpflegschaft (LSSP) hat noch keine Anfrage der Grundschul-Pflegschaften bekommen, ob ein Martinszug möglich wäre. Fußballspiele dürften mit Publikum stattfinden, auf dem Marktplatz konnten die Wasserspiele mit Publikum laufen. Jörg Ummelmann, Sprecher der Feuwehr, weist drauf hin, dass die Wehrleute sich selbst schützen müssen, damit sie im Erntfall einsetzbar seien. Er kann sich nicht vorstellen, dass ein Einsatz rund um den Martinszug damit vereinbar wäre. Das gelte auch für die Freiwillige Feuerwehr.