Stadt will Neubürger locken

Stadt will Neubürger locken

Die Einwohnerzahl soll trotz demografischen Wandels konstant bleiben. Dafür muss Wohnraum her — unter anderem an den Locher Wiesen.

Langenfeld. Der Bürgersaal des Rathauses war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Verwaltung jetzt zur Bürgeranhörung über vier Planvorhaben, die den Wohnungsbau der nächsten Jahre betreffen, eingeladen hatte. Die Stadtentwicklung verfolge das Ziel, so Planungsamtsleiter Stephan Anhalt, die Einwohnerzahl trotz der demografischen Entwicklung zu halten.

Nur so könne das hohe Niveau der Infrastruktur Langenfelds bestehen bleiben. „In Reusrath gibt es anhaltenden Bedarf für Wohnungsbau“, stellte Anhalt fest. Deshalb wurden vier Planvarianten für das sechs Hektar große, vom Reusrather Bach durchzogene Gelände, das unter dem Stichwort „Locher Wiesen“ bekannt ist, vorgelegt. Die Entwürfe sehen eine Bebauung zwischen 45 und 90 Wohneinheiten vor — zum guten Teil frei stehende Einzelhäuser.

Dem Bau eines neuen Klär- und Rückhaltebeckens kommt in der Planung besondere Bedeutung zu, da das letzte Drittel der Locher Wiesen und die Häuser am Locher Weg häufig unter Wasser stehen. Eine ganze Reihe von Reusrather Bürgern brachten Bedenken zum Ausdruck, ob das Problem durch die verschiedenen Maßnahmen zur Entwässerung gelöst werden könne. Stadtbaurat Hans-Otto Weber erklärte, es werde ein geologisches Gutachten erarbeitet und den Anliegern zur Kenntnis gebracht.

Weniger heftig wurde über die anderen Bebauungspläne diskutiert. Am Eckener Weg, der von der Düsseldorfer Straße abzweigt, wird durch den Abriss der ehemaligen Pohlmann-Sauna, die außer Betrieb ist, Platz für 30 Wohneinheiten geschaffen. Darunter sind auch einige dreigeschossige Häuser geplant. Sie riefen jedoch Anwohner des Auguste-Picard-Weges auf den Plan, die zusätzliche Verkehrsbelastung befürchten. Die Neubauten dürfen nämlich auf Anordnung der Landesbehörde Straßen NRW nicht von der B 8 aus, sondern über den Picard-Weg angeschlossen werden.

Der zusätzliche Verkehr sei jedoch denkbar gering, argumentierte die Verwaltung. Ein zweites Problem: Die dreigeschossigen Häuser könnten zur Beschattung der Gärten und Solaranlagen am Picard-Weg führen. Eine mögliche Lösung wäre, die höheren Häuser zur Seite der B 8 hin zu bauen.

Am ruhigsten ging es bei der Vorstellung des Bebauungsplanes Kölner Straße/Schulstraße zu. Hier wird das ehemalige Möbelhaus abgerissen. Auf der frei werdenden Fläche südlich der Hauptkreuzung sollen 70 Wohneinheiten, vorwiegend im Geschosswohnungsbau, entstehen. Ein Investor steht bereits fest. Der Abriss wird noch in diesem Jahr erfolgen — 2013 soll gebaut werden.