Sonderflugplatz: Der Protest wird lauter

Sonderflugplatz: Der Protest wird lauter

Gegen die Planung hat sich eine Initiative gegründet. Die Reusrather wollen zur Not auch klagen.

Langenfeld. Der kleine Raum im Wirtshaus „Zur alten Post“ platzt aus allen Nähten, vor lauter Leuten geht die Tür kaum zu. Die Stimmung ist gereizt, und Ärger liegt in der zum Schneiden stickigen Luft. Dass so viele Reusrather zum Treffen der Bürgerinitiative „Kein Hubschrauber-Landeplatz an der Dückeburg“ erscheinen, damit hatte Karl Wilhelm Bergfeld, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative, nicht gerechnet.

Die Reusrather Bürger sind gegen die Pläne von Gerhard Witte, Chef der Firma Control Expert und Vorsitzender des Langenfelder Industrievereins, einen Hubschrauberlandeplatz an der Dückeburg zu bauen.

Vor allem der Umfang des Landeplatzes sowie die Anzahl der geplanten Starts und Landungen sind den Reusrathern ein Dorn im Auge. So habe der Unternehmer der WZ gegenüber behauptet, einen gepflasterten Landeplatz von sechs mal sechs Metern bauen zu wollen. „In Wirklichkeit aber plant er eher, einen kleinen Flughafen von 5000 Quadratmetern mit einer Halle von etwa 28 mal 16 Metern direkt vor der denkmalgeschützten Dückeburg zu errichten“, sagt Bergfeld, der die Unterlagen im Rathaus eingesehen hat, und ergänzt: „Bei der Anzahl der beantragten Starts und Landungen wurde gegenüber der Öffentlichkeit die Unwahrheit verbreitet. Es sind nicht zwei Starts und Landungen pro Woche, sondern maximal vier Starts und Landungen pro Tag beantragt.“

Auch zu den Einsatzgründen sei gelogen worden, meint die Bürgerinitiative. So soll es nicht nur zu Flügen für die Firma von Witte kommen, sondern auch zu Privatflügen sowie zu gewerbsmäßigen Flügen, die nichts mit seiner Firma zu tun haben.

Weiterer Grund des Bürgeranstoßes ist ein Schreiben von Bürgermeister Frank Schneider, das bei der Offenlegung des Antrags laut Bürgerinitiative vorenthalten wurde. Gegenüber der WZ hat Stadtplaner Stephan Anhalt bereits erläutert, dass das Schreiben nicht relevant für das aktuelle laufende Verfahren sei, sondern sich auf ein älteres Genehmigungsverfahren beziehe. Deshalb habe die Bezirksregierung darauf verzichtet, es mit den anderen Unterlagen auszulegen.

Die Bürgerinitiative befürchtet derweil durch die mögliche Zulassung eines Sonderflugplatzes einen Eingriff in die Natur. So werden laut Bergfeld und seinen Mitstreitern nicht nur die Menschen, sondern auch Rehe, Greifvögel und Fledermäuse durch einen Hubschrauberlandeplatz im Naherholungsgebiet rund um die Dückeburg gestört. Gutachten zufolge, die zurzeit im Rathaus ausliegen, bestehen jedoch keine Bedenken.

„Falls der Hubschrauber-Landeplatz genehmigt wird, sind mehrere Mitglieder der Bürgerinitiative entschlossen, eine Sammelklage beim Verwaltungsgericht einzureichen“, sagt Bergfeld.

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