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So spüren Langenfeld und Monheim Umweltsünder aus

Langenfeld Monheim : Umweltsünder kosten die Städte viel Geld

Illegale Müllkippen in Wäldern und Grünflächen und die Reinigung von Containerstandorten sind ein Kostenfaktor.

Kühlschränke im Further Moor, alte Autoreifen am Feldrand – es gibt kaum irgend etwas an illegal abgeladenem Müll, das die Mannschaft des Langenfelder Betriebshofes nicht schon hätte entsorgen müssen. Etwa zehn- bis 15-mal im Jahr komme es vor, dass ganze Lastwagenladungen mit Unrat irgendwo in der Natur an unbeobachteten Stellen landen. Noch weitaus häufiger stapeln sich rund um die Glascontainer fast täglich Dinge, die dort nicht hingehören.

Edgar Teske, zuständig für die Straßenreinigung, findet dort „alles mögliche“, neben Teppichen und Fernsehern auch Möbel, Batterien und Spiegel. Deshalb fährt ein Mitarbeiter an fünf Tagen in der Woche raus und kontrolliert die 86 Glascontainer an 53 Standorten in Langenfeld, berichtet Abfallberater Dirk Heinrichs. „Die Bürger wissen, dass der Betriebshof diese Stellen aufräumt.“ Wenn sie ihre leeren Weinflaschen im Keller zusammensuchten, würden manche oft gleich auch den anderen Müll dort abladen, der sich über die Zeit angesammelt habe, berichten die Mitarbeiter.

Dramatisch sei es aber, wenn Umweltgifte und gefährliche Stoffe im Naturschutzgebiet abgekippt würden. Dirk Heinrichs erinnert sich etwa an Kühlschränke, die im Further Moor gefunden wurden. Die Umweltsünder hätten sie einen Abhang hinunter gekippt. „Deshalb war es sehr schwer für uns, sie zu bergen.“

Erst vor wenigen Wochen wurden 110 Altreifen an den Widdauer Seen nahe der Stadtgrenze Langenfeld, Monheim und Leverkusen gefunden. Vier Mitarbeiter des Langenfelder Betriebshofes waren einen Vormittag lang damit beschäftigt, sie aus der zehn Meter tiefen Böschung zu ziehen und auf Lastwagen zu laden. Anschließend mussten die insgesamt 2,2 Tonnen Altreifen bei der IDR in Düsseldorf-Reisholz entsorgt werden. Bergung und Entsorgung haben rund 1770 Euro gekostet, sagt Betriebshofleiter Bastian Steinbacher. „Eine aufwändige und teure Aktion, die die Allgemeinheit bezahlen muss.“

Warum manche Zeitgenossen ihren Unrat irgendwo abladen, statt ihn zum Betriebshof zu bringen, ist den Mitarbeitern schleierhaft. „Ich kann es mir nicht erklären“, sagt Dirk Heinrichs. „Vielleicht ist es Unwissenheit zum Beispiel darüber, dass Elektrogeräte kostenlos beim Betriebshof abgegeben werden können?“

Wird der Täter gefunden, droht eine Strafe von bis zu 100 000 Euro

Im Fall der 110 Altreifen spricht Steinbacher jedoch von „krimineller Energie“. Hier habe sich möglicherweise ein Gewerbebetrieb seiner Abfälle billig entledigen wollen. Leider habe man bisher keine Anhaltspunkte, wer es gewesen ist. In einigen Fällen meldeten sich aber Zeugen, die die Umweltsünder während ihres illegalen Tuns beobachtet und sich die Auto-Kennzeichen notiert haben, bei den Stadtverwaltungen in Langenfeld und Monheim. Wird der Täter gefunden, droht eine Geld­strafe von bis zu 100 000 Euro. Handele es sich um eine Firma, könne die Gemeinde sogar beantragen, dass dem Betrieb das Gewerbe untersagt wird, ergänzt Langenfelds Steueramtsleiter Andreas Scholz.

„Viele Hinweise kommen über den Mängelmelder auf der Internetseite der Stadt“, merkt Heinrichs an. Auch in Monheim gibt es diese Möglichkeit. Edgar Teskes Leute haben in einigen Fällen zwischen dem illegal abgestellten Müll auch schon Spuren gefunden, die ihnen Hinweise auf die Täter gaben.

Jährlich fallen rund 175 000 Euro für die Beseitigung wilder Müllkippen, die Reinigung der Glascontainerstandorte sowie für die Beseitigung von Müll an. In der Nachbargemeinde Monheim werden im Jahr rund 100 000 Euro für die Beseitigung von wildem Müll aufgewendet. Der Betrag sei in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben, berichtet Andreas Apsel, Fachbereichsleiter Bauwesen. Fast täglich sei in Monheim eine Kolonne unterwegs, die Meldungen und Aufträgen nachgehe. Spektakuläre Fälle seien eher selten. Im Fokus stehe die Beseitigung von Sperrmüll, großen Elektrogeräten wie Waschmaschinen oder Küchenherden, Restmüll und Bauschutt.

Ein besonderes Phänomen ist in Monheim die illegale Entsorgung von Hausmüll in öffentlichen Papierkörben. Apsel geht davon aus, der Auslöser sei, dass dieser nach Gewicht abgerechnet wird.