So könnte der Immigrather Platz aussehen

So könnte der Immigrather Platz aussehen

Das Ortszentrum soll aufgewertet werden. Zwei Planungsbüros haben jetzt ihre Vorschläge für den Umbau präsentiert. Die Langenfelder entscheiden mit.

Langenfeld. Der Immigrather Platz strahle „weder eine angenehme Atmosphäre aus, noch besitzt er Aufenthaltsqualität“. Dreieinhalb Jahre sind seit diesem vernichtenden Urteil des Kölner Stadtplaners Dominik Geyer vergangen, der sich in einem Gutachten mit einer möglichen Aufwertung zu einem ansprechenden Ortsteilzentrum beschäftigt hatte. Und diese Ausgangslage gilt unverändert für den von etlichen Spielhallen und einem Kreisverkehr dominierten Platz. Zwei von der Stadt beauftragte Planungsbüros legten jetzt Vorentwürfe für einen Umbau vor.

In einer gemeinsamen Sondersitzung von Planungs- und Umwelt- sowie Bau- und Verkehrsausschuss stellten Dr. Peter Sienko und Hiltrud Maria Lintel (ISAplan/scape) sowie Jan Siebenmorgen und Bernd Niedermeier (Planungsgruppe MWM) ihre miteinander konkurrierenden Entwürfe vor. Die Vorgabe lautete jeweils, dass sich ein großer Supermarkt neben dem südlichen Platzende an der Leichlinger Straße ansiedeln soll und die Zahl von heute rund 130 Parkplätzen für Anwohner und Besucher nicht verringert werden dürfe. Die Stadtpolitiker gaben ein positives Echo, trafen aber noch keine Auswahl. Nach den Sommerferien sollen beide Entwürfe in einer Bürgeranhörung vorgestellt werden. Erst danach entscheiden die Politiker.

Dies sind die Grundzüge der beiden Vorentwürfe:

Laut Verkehrsplaner Sienko soll der heutige Kreisel entfernt, sollen sämtliche Parkplätze im südlichen Drittel konzentriert werden. Das schaffe viel Raum für breite Gehwege und begrünte Flächen mit Aufenthaltsqualität. Dazu zählt Landschaftsarchitektin Lintel Außengastronomie am Hotel und vor dem beherrschenden Gebäuderiegel an der Ostseite, einen Nachbarschaftspark mit Spielgeräten und Pavillon-Café. In zwei Varianten sollen die Bereiche mit Verweilcharakter entweder inselartig getrennt oder aneinandergereiht sein. Viele der heutigen Bäume blieben auf diese Weise erhalten.

Das Aachener Büro will laut Siebenmorgen den von Verkehrsflächen zergliederten und zugestellten Platz vollkommen neu inszenieren. Weiterhin soll es einen Kreisel geben, der aber etwas kleiner sein und um einige Meter versetzt werden soll. Alle heutigen Bäume sollen entfernt, dafür neue gepflanzt werden. „Wichtig ist uns eine Gleichbehandlung der beiden Platzseiten“, erläuterte Siebenmorgen. Auf einer ebenen Verkehrsfläche ohne Bordsteine werden die beiden gegenläufigen Fahrspuren durch lange Verkehrsinseln getrennt, die bei Tempo 30 den Fußgängern an jeder Stelle ein gefahrloses Überqueren ermöglichen.

Zwar konzentriert MWM die Stellplätze für Autos auch auf einem Großparkplatz im Umfeld des geplanten Supermarktes im südlichen Bereich, sieht aber zusätzliche Stellplätze auch an anderen Stellen vor, so dass deren Gesamtzahl auf 150 steigen soll. Alle Parteien waren sich einig, dass ein Umbau wichtig ist. Auch als Signal für einen Supermarktbetreiber, der noch nicht gefunden ist.

Mehr von Westdeutsche Zeitung