Schullandschaft: Stühlerücken in Baumberg

Schullandschaft: Stühlerücken in Baumberg

Wenn es nach der Verwaltung geht, wird die Maiwald-Schule an der Humboldtstraße konzentriert. Aus Hilden kommt eine weitere Förderschule.

Baumberg. Baumbergs Grundschullandschaft steht — so die Politik mitspielt — endgültig vor dem Wandel. Denn die Stadtverwaltung wird dem zuständigen Ausschuss nächste Woche Donnerstag vorschlagen, den Verbund an der Armin-Maiwald-Schule aufzulösen.

Das ist ein formaler Vorgang, der dann den Standort Geschwister-Scholl-Straße zur Dependance „degradiert“. Dahinter wiederum steht die Idee, künftig alle Kinder am Standort Humboldtstraße unterzubringen.

„Für den Standort Geschwister-Scholl-Straße gab es lediglich 16 Anmeldungen. 18 sind aber notwendig. Die Schulaufsicht hat uns vorgeschlagen, den Standort aufzugeben“, erläutert Uwe Trost, im Rathaus federführend in Sachen Schulen.

Bereits nach den Sommerferien werden alle drei neuen Klassen der Armin-Maiwald-Schule an der Humboldtstraße eingeschult. Dafür wird ein Raum, der bisher für den offenen Ganztag genutzt wird, umgebaut.

Um die Über-Mittag-Betreuung aufrecht zu halten, werden drei Vereinsräume im benachbarten Bürgerhaus genutzt. „Da muss lediglich eine neue Küchenzeile her. Das kostet nicht viel. Das Ganze ist mit dem Pächter des Bürgerhauses und den betroffenen Vereinen abgesprochen. Nach 16 Uhr stehen die Räme ja auch wieder zur Verfügung“, erläutert Trost.

Die derzeit noch an der Geschwister-Scholl-Straße bestehenden Klassen sollen Ende nächsten Jahres umziehen an die Humboldtstraße. „Wenn wir bis dahin mit dem Neubau fertig sind. Aber das müsste klappen“, sagt Trost.

Bis zu sechs neue Räume entstehen. Die noch genutzten Container werden nicht mehr benötigt. Die Kosten für die Erweiterung schätzt die Stadtverwaltung auf anderthalb Millionen Euro.

Doch damit noch nicht genug in Sachen Schullandschaft: Die frei werdenden Räume an der Geschwister-Scholl-Straße werden schnell wieder besetzt. Denn die Paul-Maar-Förderschule des Kreises Mettmann zieht parallel um. Noch hat sie ihren Sitz in Hilden. Dort wird der Mietvertrag nicht verlängert. Ein Umzug nach Haan ist gescheitert. Jetzt kommt sie nach Baumberg.

Trost schätzt, dass etwa 120 der 145 Schüler umziehen werden. 35 Kinder sind ohnehin aus Monheim. Der Mietvertrag mit dem Kreis Mettmann ist bis zum 31. Dezember 2017 abgeschlossen. „Bis dahin wollen wir den Inklusionsgedanken verwirklichen“, sagt Trost. Gemeint ist das Ziel, immer mehr Kinder mit hohem Förderbedarf integrativ in „normale“ Schulen zu unterrichten.

An der Maiwald- und Gmeiner-Grundschule wird das schon in die Tat umgesetzt. Weiterführend macht es die Gesamtschule und bald kommt die neue Sekundarschule hinzu. In Baumberg wird die Paul-Maar-Schule übrigens die Leo-Lionni-Sprachschule als Nachbarn haben — ebenfalls eine Einrichtung des Kreises.

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