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Schule an der Virneburg in Langenfeld: Förderschüler sitzen auf dem Trockenen

Frust bei den Eltern : Förderschüler warten seit einem Jahr auf ihr Schwimmbad

Die Reparatur der Technik dauert lange. Die Eltern sind frustriert.

Dominik (17) ist durch eine Spastik körperlich stark eingeschränkt. Trotzdem hat er im schuleigenen Hallenbad an der Virneburgschule Schwimmen gelernt. „Jetzt verlernt er es gerade wieder“, bedauert sein Vater Andreas Fischer. Weil die veraltete Technik des Bades saniert werden muss, sitzen die Schüler der Förderschule für den südlichen Kreis Mettmann seit rund einem Jahr auf dem Trockenen.

Die Eltern haben den Schulträger „immer wieder auf das Problem hingewiesen“, sagt Elternvertreterin Henrike Dieckmann. Ihre Tochter Hannah (18) ist schwer körperhindert und sitzt im Rollstuhl. „Die Bewegung im 32 bis 36 Grad warmen Wasser hat ihr immer gut getan.“ Auch Nalina Vitovic und Paula Schmidt (beide 18) sind sehr enttäuscht. Die Mädchen wollten sich auf die Paralympics im Juni vorbereiten, doch daraus wurde nichts. „Wir werden immer langsamer, weil wir nicht trainieren können“, bedauern die Schülerinnen. Die Schließung des Bades betrifft auch Kinder anderer Förderschulen in Langenfeld und Monheim sowie  Behindertensport-Vereine.

Schulleiter Wolfgang Behrendt kann zwar den Frust der Eltern verstehen, merkt aber an: „Die Mitarbeiter des Kreises haben keine Schuld. Sie sind über die Maßen bemüht.“ Auch Behrendt möchte, „dass das Schwimmbad morgen wieder funktionstüchtig ist“. Als in dem rund 40 Jahre alten Schwimmbad die Filter ausgefallen seien, habe man eine Firma finden müssen, die den Schaden reparieren konnte. „Die Herstellerfirma existiert inzwischen nämlich nicht mehr“, sagt Behrendt.

Kreis: Bis Ende der Sommerferien sollte alles fertig sein

Nach dem Einbau der Filter hätten sich weitere Probleme gezeigt. Zwei Pumpen arbeiteten nicht mehr. „Eine missliche Situation.“ Man warte auf Ersatz. Die Pumpen seien eine Spezialanfertigung. Doch selbst, wenn alles repariert sei, müssten nach der Befüllung des Beckens nochmal zwei Monate abgewartet werden, um zu prüfen, ob die Umwälztechnik funktioniere. Dann würden Wasserproben genommen, um die Keimbelastung zu überprüfen. „Eigentlich darf es nicht sein, dass ein Schwimmbad so lange nicht benutzt werden kann.“ Ausweichzeiten in den öffentlichen Bädern in Langenfeld (Langforter Straße) und im Mona Mare (Monheim) gebe es nicht. „Unsere Anfragen blieben ergebnislos. Die sind alle voll.“

Daniela HItzemann, Sprecherin des Kreises Mettmann, gibt sich verhalten optimistisch: „Bis Ende der Sommerferien soll alles fertig sein.“

Die Schwimmbadtechnik sei fast 40 Jahre alt. Die komplette Technik müsse saniert werden. Das Liegenschaftsamt des Kreises habe alles – von den Filtern über die Kessel und Pumpen – in Auftrag gegeben. Bevor Wasser in das Becken kommt, müssten die Fliesen im Bad noch gecheckt werden. „Die Arbeiten laufen.“