Schütze von Monheim schweigt

Der Kioskbesitzer (47) soll versucht haben, einen Konkurrenten zu töten. Am Mittwoch sagte das Opfer vor Gericht aus.

Monheim/Düsseldorf. Über die beinahe tödlichen Schüsse auf einen Konkurrenten sagt er erst mal gar nichts: Zum Beginn des Prozesses um versuchten Totschlag vor dem Landgericht Düsseldorf erklärten am Mittwoch die Anwälte des angeklagten Kioskbesitzers (47) aus Monheim, dass dieser von seinem Recht zu schweigen Gebrauch machen wird.

Der Monheimer soll im vergangenen Juli in einer Wohnung viermal auf den Betreiber (38) einer Pizzeria geschossen haben. Anlass war laut Anklage ein Streit darüber, wer im Einkaufszentrum Baumberg Getränke verkaufen durfte. Eigentlich sollte es dazu ein Schlichtungsgespräch geben.

Der Pizzeria-Wirt erlitt mehrere Bauchschüsse. Er wurde durch eine Notoperation gerettet. Der 38-Jährige berichtete gestern, er hätte Getränke wohl sogar verkaufen dürfen. Allerdings habe der 47-Jährige verlangt, dass er seinen Bedarf dafür am Büdchen des Angeklagten deckte. Sogar sein Mietvertrag habe dazu Regelungen enthalten. Darüber habe es mehrfach Streit gegeben.

Zum Hergang der Tat sagte der Mann wenig: „Ich habe nicht viel gesehen. Ich habe mir die Hände vors Gesicht gehalten.“ Er habe Todesangst gehabt. Der Angeklagte verfolgte die Verhandlung mit betont ruhiger Miene, frisch frisiert und im makellosen Anzug.

Nach den Schüssen war der Mann geflohen. Er wurde an der serbisch-kroatischen Grenze festgenommen und nach Monaten ausgeliefert. Außer Zeugenaussagen werden auch Indizien eine große Rolle im Prozess spielen: Laut Gericht sicherten die Ermittler Schmauchspuren an Kleidungsstücken und insgesamt vier Kugeln in einem Sofa und in einer Wand, teilweise mit Blutspuren. Der Prozess wird fortgesetzt.

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