Schnelles Internet auf der Zielgerade

Monheim will den Glasfaserausbau schon in diesem Jahr abschießen. In Langenfeld ist dies für Ende 2020 angepeilt.

Langenfeld/Monheim. Schneller als ursprünglich angenommen hat das Monheimer Versorgungsunternehmen die Stadt versorgt. Bis Ende 2018 wollen die Monheimer Elektrizitäts- und Gaswerke (Mega) mit dem Glasfaserausbau fertig sein. Dann hat das Versorgungsunternehmen rund 210 Kilometer (aktuell um die 150) der schnellen Leitungen verlegt. Investitionsvolumen: 27 Millionen Euro, inklusive Sonderbaumaßnahmen und 1000 Anschlüssen mehr als geplant.

Udo Jürkenbeck, Mega-Geschäftsführer

Am 10. April 2015 hat die Mega den ersten Spatenstich in Baumberg an der Humboldtstraße gefeiert, zwischen Bürgerhaus und Schule. „Ursprünglich hatten wir für den Ausbau sechs Jahre eingeplant“, sagt Geschäftsführer Udo Jürkenbeck. „Doch inzwischen haben wir auf vier Jahre verkürzt, so dass wir bis auf einige kleine Ausnahmen bis zum Jahresende fertig werden dürften“, so der Mega-Chef. „Da sind wir optimistisch.“

Ausgenommen von den Planungen war bislang das Gelände rund um die LEG. Die Landesentwicklungsgesellschaft kooperiert mit anderen Unternehmen und ist deshalb zunächst nicht von der Mega versorgt worden. „Das ist allerdings noch offen“, sagt Jürkenbeck. Außerdem sind in Monheim noch zwei Gebiete nicht mit dem schnellen Kabel verbunden. Das sind das Musikantenviertel und das Gebiet südlich der Lichtenberger Straße. Dafür ist Baumberg inzwischen so gut wie komplett versorgt.

Um den Ausbau voranzutreiben hat die Mega immer wieder geschaut, wo gerade gebaut wird. Wo können wir alte Kabel vorzeitig austauschen? Wo muss noch ein Gasanschluss verbunden werden? Und wo sind noch elektrische Leitungen für die Beleuchtung in der Stadt notwendig?

„Wo es Synergieeffekte gab, haben wir sie genutzt“, sagt Jürkenbeck, der während seiner Zeit als Geschäftsführer kein größeres Infrastruktur-Projekt für die Mega umgesetzt hat. „Die Infrastruktur ist hier auf einem sehr hohen und modernen Stand“, zieht er zufrieden Bilanz und bemerkt: „Wir haben ganz Monheim einmal umgegraben.“

Mit dem Ausbau ist das Unternehmen, eine 100-prozentige Tochter der Stadt Monheim, gewachsen. Die Zahl der Mitarbeiter ist in den vergangen vier Jahren von knapp 50 auf gut 90 gestiegen. „Die Zahl hat sich verdoppelt“, so Jürkenbeck. Und das wird auch so bleiben. Denn die neuen Kollegen werden nicht nur für den Glasfaserausbau, sondern auch für die Verlegung von Gas- und Stromleitungen benötigt. Auch die Verwaltung musste personell aufgestockt werden.

Udo Jürkenbeck

In Zukunft rechnet Jürkenbeck mit kleineren Folgeaufträgen. „In der Stadt wird noch einiges gebaut“, sagt er. Darüber hinaus müssten Schaltungen neu eingerichtet werden, wenn Kunden kommen oder gehen, ein Störungsdienst in Bereitschaft sein und der laufende Betrieb überwacht werden. „Es bleibt dauerhaft viel zu tun“, sagt der Mega-Chef. Die Stadtwerke Langenfeld haben bereits 2013 mit dem Glasfaserausbau begonnen. „Die Gewerbegebiete sind bereits zu 100 Prozent mit Gigabit-Glasfaser ausgerüstet“, sagt Hans-Werner Graffweg, zuständig für den Ausbau. Knapp 60 Prozent der Langenfelder Privathaushalte seien ebenfalls schon mit dem schnellen Internet versorgt. Bis 2021 sollen es alle sein. „Vermutlich werden wir früher fertig“, stellt Graffweg fest.

In den Fällen, in denen das Glasfaserkabel nicht bis ins Haus hinein reicht, haben die Stadtwerke vorhandene Kupferkabel aufgerüstet, so dass die Bewohner ebenfalls über eine Netzleistung von 100 bis 140 Megabit verfügen.

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