Schließung: Bewachung fürs St. Josef-Krankenhaus

Schließung: Bewachung fürs St. Josef-Krankenhaus

Wolfram Bannenberg vom KPlus-Verbund erklärt, wie es weitergeht.

Monheim. Das Krankenhaus St. Josef schließt — das ist nicht neu. Doch dass bereits ab heute kein Patient mehr stationär aufgenommen wird, hatte so keiner erwartet. Selbst der KPlus-Verbund, Träger des Krankenhauses, wollte bis zuletzt am geplanten Termin festhalten. Im Interview erklärt Wolfram Bannenberg (Bild 2), Stellvertreter des Geschäftsführers vom KPlus-Verbund, was nun mit den Mitarbeitern des Krankenhauses passiert und den teuren medizinischen Geräten.

Herr Bannenberg, was passiert jetzt mit Ihren 123 Mitarbeitern?

Wolfram Bannenberg: Wir wissen von etwa 15 bis 20 Leuten, die eine Anstellung in einem anderen KPlus-Haus gefunden haben. Einige haben auch einen Arbeitsplatz in anderen Krankenhäusern gefunden. Für diejenigen, die Probleme bei der Jobsuche haben, haben wir das „Outplacement-Projekt“ gestartet. Da erhalten die Mitarbeiter Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen, bei Behördengängen und beim Erstellen ihrer Stärkenprofile. Außerdem werden Weiterbildungsmaßnahmen und Schulungen angeboten.

Was passiert jetzt mit dem Krankenhaus?

Bannenberg: Das Gebäude gehört den Pfarrgemeinden St. Gereon und St. Dionysius. Die Erbpacht war gebunden an die Voraussetzung des Krankenhausbetriebes. Das fällt für uns jetzt also weg. Die Pfarrgemeinden aus Monheim haben sich noch nicht entschieden, was sie mit dem Gebäude machen wollen. Seitens der Stadt Monheim ist ein medizinisches Versorgungszentrum ins Gespräch gebracht worden. So würde auch die ambulante Versorgung in Monheim durch Ansiedlung von verschiedenen Fachärzten verbessert werden.

Das Gebäude steht nach der Schließung sicherlich leer. Wie wollen Sie Vandalismus vorbeugen?

Bannenberg: Bis Ende des Jahres wird das Gebäude noch vom KPlus-Verbund gehalten. Wir organisieren gerade eine Wachgesellschaft, daher wird das Gebäude nicht komplett leer stehen, sondern überwacht.

Wie funktioniert so eine Krankenhausschließung?

Bannenberg: Wir haben eine lange Liste, die eine Projektgruppe abarbeitet. Dazu gehört auch die Inventarisierung von Arzneimitteln. Alles, was noch länger als sechs Monate haltbar ist, kann an die Lieferapotheke zurückgeschickt werden. Alles an Gerätschaften und Einrichtung, was demontiert werden kann, wird an andere KPlus-Häuser weitergeleitet. Wichtig ist auch die Sicherung der Patientenakten. Diese werden ebenfalls an andere Krankenhäuser übermittelt. Nichts darf verloren gehen.

Welche weiteren Maßnahmen haben Sie für St. Josef geplant?

Bannenberg: Wir müssen beispielsweise noch die Notstromzufuhr sicherstellen, weil der reguläre Strom abgeschaltet wird, und die Wasserleitungen entleeren. Das Gebäude muss auch weiter geheizt werden. Nur so können Schäden an der Bausubstanz im Winter vermieden werden. Auf dem Plan stehen unter anderem auch die Entsorgung der Foto-Chemikalien im Röntgenlabor, das Abstellen der medizinischen Gase und das Entfernen der Beschilderung.

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