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Ritterkampf auf Haus Graven in Langenfeld

Langenfeld : Ritterrüstungen können sehr heiß werden

Die Darsteller schwitzten beim Burgfest rund um Haus Graven mächtig in den Kostümen.

Selbst hart gesottene Ritter und Knappen japsen beim Burgfest. Sie verbrachten einige Stunden bei 36 Grad in Steppwesten, Lederwams, Rüstung und Schuppenpanzer. „Die leichteste Ausrüstung wiegt 18 Kilo“, sagt Claudia vom Gefolge „Leones Pugnae“. Bei diesem Wetter eine Herausforderung. „Nach dem Kampf heißt es sofort, raus aus den Klamotten und jede Menge Wasser rein in den Körper“, sagt sie. „Wir haben mal mit einem Grill-Thermometer die Temperatur unter der Rüstung gemessen: 60 Grad!“ Ein Glück, dass die Wasserburg von Schatten spendenden Bäumen umstanden ist.

Wegen der Hitze war der
Samstag wenig gut besucht

Zum achten Mal lud in stilechter Umgebung der Förderverein von Haus Graven zum Burgfest mit mittelalterlichem Markt ein. Während der Samstag wegen der Hitze eher spärlich besucht war, ließ der Sonntagvormittag sich viel besser an, sagt Burghard Worm vom Vorstand des Fördervereins.

Ganz offensichtlich ist das Mittelaltertreiben auf dem Burggelände ein Magnet für den Nachwuchs, der dort mal für Stunden Handy und Playstation vergisst und seine Vorliebe für Holzschwerter entdeckt. „Jeder zweite Besucher ist ein Kind“, schätzt Worm. Jungen und Mädchen saßen gebannt und mucksmäuschenstill im Kreis um die kämpfenden Ritter und hörten dem gefährlichen Klatschen und Scheppern der Schwerter und Äxte zu, ehe sich einer der Kampfhähne nach kräftigem Hieb auf den Panzer geschlagen gab.

Doch nicht nur Gaukler und Handwerker kamen in Leinenhemd und Haube mit dem Schwert in der Scheide. Auch Gäste wie Volker, Claudia und Sohn René (12) waren mittelalterlich gewandet.

Die drei aus Nettetal gehören zum „Dürener Stadtaufgebot“. René macht beim Hobby seiner Eltern gerne mit. „Ich liebe den Nahkampf“, sagt er. Im Alltag trainiert er Karate, was ihm bei den Ritterspielen von Nutzen sein wird.

Es muss offenbar nicht immer Elektronik sein. Auch ein Jo-Jo oder Jonglierkeulen ziehen in ihren Bann. Zumindest wenn sie von einer Gauklerin wie Melanie bewegt werden. Die Virtuosin heiterte ihr junges Publikum mit kindgerechtem Humor auf und faszinierte trotz Hitze mit unglaublicher Handfertigkeit und höchster Konzentration. Es sei eine Freude, sagten die Darsteller, vor den Langenfelder Kindern zu spielen. Die seien interessiert. Zwischen Absinth, Met, Stockbrot, Flammkuchen, Barden und Bier hockten noch ein paar ganz andere Darsteller im schützenden Schatten: die Greifvögel der Falknerei Marco Wahl. Auch sie mussten ihre Auftritte in der Hitze beschränken, wie der Falkner erklärt.

Schnee-Eule Hubert reißt ihr Schnäbelchen auf und macht kugelrunde gelbe Augen in ihrem schönen, weiß gefiederten Gesicht. Die Kinder dürfen mal in den Lederhandschuh des Falkners schlüpfen und den großen Vogel halten. Ganz zart und vorsichtig darf er auch gestreichelt werden. Er ist hier geboren und an unser Klima gewöhnt, versichert der Falkner. Und: Obwohl er ein Eule ist, sei er tagaktiv, wie alle seine gelbäugigen Artgenossen, führt Wahl aus. Steppenadler, Mäusebussard und Schleiereule warten derweil darauf, ihr Können zu präsentieren.