Reiter vertagen ihre Entscheidung

Reitsportanlage soll einem Campingplatz weichen.

Monheim. Etwa 35 Reiter aus Monheim waren da, davon 29 stimmberechtigte. Nichtmitglieder hatten sich rund um das Casino versammelt und versuchten, durch das Fenster etwas mitzubekommen. „Wir haben die Entscheidung vertagt“, berichtet Dietmar Kaiser vom Vorstand des Reitsportvereins Monheim, der nach dem Willen der Stadt einem Campingplatz weichen soll. Es habe sich ein Komitee gegründet, das sich mit den Zahlen vertraut machen möchte, mögliche Sanierungskosten abfragt und anschließend ein Konzept erarbeitet.

Dann werde der Verein erneut entscheiden. „Für den Fall, dass die Mitglieder den Verein tatsächlich erhalten wollen und dafür auch etwas tun wollen, arbeiten wir als Vorstand auch an Plan B“, sagt Kaiser. Wie berichtet, hat die Stadt Monheim dem RSV angeboten, das Gelände im Rheinbogen frühzeitig aus der Pacht und dem Erbpachtvertrag zu lassen und dafür eine Ablösesumme in Höhe von 243 000 Euro zu zahlen. Der Rat hat dem bereits mehrheitlich zugestimmt. Diese Idee hatte die Reiter auf den Plan gerufen, die die Vorgehensweise des Vorstands heftig kritisierten. Einige haben bereits in der näheren Umgebung neue Boxen gemietet, so dass dem Verein aktuell auch Einnahmen fehlen. Rund zwölf Pferde, so Kaiser, werden ab August in anderen Ställen untergebracht“, das reiße eine weitere Lücke in die Finanzierung. „Die Sanierung der Gebäude werden wir sicherlich nicht stemmen können“, sagt er, auch wenn es gelingen sollte, den Verein wirtschaftlich zu führen.

Schon heute erreiche der RSV nicht den Stand an Vermietung, der für einen rentablen Betrieb nötig wäre. Von 39 Boxen sind 28 belegt. „Wir sind schon lange unter 30“, sagt er. Sollte sich eine machbare Lösung für den Erhalt von Verein und Anlage abzeichnen, sei er weiterhin dabei.