Razzia gegen Rocker und Araber-Clans in Langenfeld

Zahlreiche Anzeigen : Polizei geht gegen Clans am Immigrather Platz vor

13 Glücksspiel-Automaten wurden stillgelegt, eine Shisha-Bar wurde geräumt.

Mit einem größeren Aufgebot an Einsatzkräften haben Polizei und städtisches Ordnungsamt Personen, Fahrzeuge, Gastronomiebetriebe, Spielhallen, (Shisha-)Bars und Wettbüros in Langenfeld kontrolliert. Schwerpunkt der Razzia am späten Samstagabend war erneut der Immigrather Platz. Bei dem Einsatz, der sich besonders gegen kriminelle Mitglieder von Rockergruppen und arabischen Familien-Clans richtet, wurden nach offiziellen Angaben in der Zeit von 21 Uhr bis 1 Uhr insgesamt acht Lokalitäten am Immigrather Platz sowie an der Solinger und der Richrather Straße kontrolliert. Dabei trafen die rund 30 Einsatzkräfte auf knapp 100 Gäste, die alle genauso überprüft wurden wie vereinzelter Fußgänger- und Fahrzeugverkehr am Immigrather Platz.

Razzia bringt Strafanzeigen und Ordungswidrigkeitsverfahren

Das Ergebnis: drei Strafanzeigen wegen Urkundenfälschung, illegalen Glücksspiels und Vergehen gegen das Steuerrecht. Hinzu kamen insgesamt 27 Anzeigen in Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen unerlaubten Alkoholausschanks sowie wegen zahlreicher Verstöße gegen die Spielverordnung. Die Kontrolleure legten 13 Glücksspielautomaten still und versiegelten sie. Vier besonders manipulierte Automaten wurden zur Beweisführung abtransportiert. Zudem stellten die Beamten insgesamt 64 Tabakdosen mit nicht ordnungsgemäß versteuertem Shisha-Tabak sicher.

Eine Shisha-Bar ließen die Einsatzkräfte laut Polizei sofort räumen. Grund: Die CO-Messgeräte der Kontrolleure schlugen Alarm – wegen bedenklicher Kohlenstoffwerte in der Raumluft. Erst nach umfassender Lüftung der Shisha-Bar durften Angestellte und Besucher wieder in die Räume zurück. Der Betreiber räumte nach Polizeiangaben später ein, die Lüftungsanlage wegen der kalten Außentemperaturen ausgeschaltet zu haben. Auch um diesen Vorfall wird sich das Ordnungsamt der Stadt Langenfeld in den kommenden Tagen weiter kümmern.

Der Schwerpunkt der Razzia, der Immigrather Platz, ist seit August als „gefährlicher Ort“ eingestuft. Ziel einer solchen Ausweisung ist laut Polizeigesetz NRW, „durch umfassende Kontrollmaßnahmen die agierenden Personen von kriminellen Handlungen und von der Verabredung und Vorbereitung von Straftaten mit erheblicher Bedeutung abzuhalten und sie aus ihrer tarnenden Anonymität zu holen“.

Tags zuvor gab es bereits eine Razzia in Erkrath. Durchsucht wurden laut Polizei drei Gaststätten, ein Wettbüro und Räume eines Kulturvereins „Wir wollen den Druck auf kriminelle Clans aufrechterhalten“, erklärte die Kreispolizei in Mettmann.

(gut)
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