Projekt Mo.Ki zieht in Gesamtschule

Projekt Mo.Ki zieht in Gesamtschule

Die nächste Stufe des Projekts ist laut Organisatoren erfolgreich gestartet. 860 000 Euro werden investiert.

Monheim. Kinder und Monheim — irgendwie wird das immer präsenter. Natürlich sind es in erster Linie einmal die „Offiziellen“, die das immer wieder betonen. Bürgermeister Daniel Zimmermann spricht gerne davon, dass man auf dem Weg zur Hauptstadt des Kindes sei. Und das mit dem Bundespräventionspreis ausgezeichnete Projekt Mo.Ki (Monheim für Kinder) wird vom Kooperationspartner Awo Niederrhein gerne als Musterbeispiel dafür genommen, dass bei entsprechender Förderung auch benachteiligte Kinder eine Chance haben.

Und am Mittwoch wurde einmal mehr zur Pressekonferenz geladen. Der Anlass: Mo.Ki III ist laut Organisatoren erfolgreich gestartet — und zwar an der Peter-Ustinov-Gesamtschule. Mit Mo.Ki III wird nun die erste weiterführende Schule einbezogen, und zwar die mit der wohl durchmischtesten Struktur. Über drei Jahre werden drei Klassen des derzeit fünften Jahrgangs begleitet — mit zum Teil für das Projekt freigestellten Klassenlehrern, drei Schulsozialarbeitern und wissenschaftlicher Auswertung. Der NRW-Stiftung Wohlfahrtspflege sind das weitere 860 000 Euro wert. „Insgesamt haben wir dann mehr als zwei Millionen Euro in Mo.Ki investiert“, sagt Günter Garbrecht, Vorsitzender des Stiftungsrates.

„Tatsächlich konnten wir in den bisherigen Stufen des Projektes anschließend nachweisen, dass bei entsprechender Förderung die Kinder deutlich bessere Chancen haben“, so Jürgen Otto, Bereichsleiter Bildung und Soziales der Awo Niederrhein.

Zur Erinnerung: 2002 startete Mo.Ki zunächst in Monheims Kindergärten. Es folgten die Grundschulen und die Zielgruppe der Kinder von null bis drei Jahren. Doch wie sieht sie nun in der Praxis aus, diese dritte Stufe des Projektes? „Nachdem wir drei Eingangsklassen ausgesucht hatten, werden jetzt erst einmal Fragebögen an die Eltern verschickt. Wir wollen wissen, was sie sich wünschen“, erläutert Corinna Franke, didaktische Leiterin der Schule.

Ein Elterncafé wird derzeit eingerichtet. Es gibt auch einen eigens für Gesprächstermine eingerichteten Raum. Und es soll viele Informationsveranstaltungen geben. „Die meisten ersten Kontakte zwischen Lehrern und Eltern finden statt, wenn etwas Negatives vorgefallen ist. Aber das ist der falsche Weg. Das Positive muss betont werden“, sagt Franke.

Hilfestellungen beim Bildungspaket in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sind ebenso vorgesehen wie Kooperationen in Sachen Förderunterricht. Und in den Ferien ist ein Programm mit dem Haus der Jugend geplant.

Und dann wäre da noch eine letzte Stufe: Mo.Ki IV. Das wäre die Begleitung ab 18 Jahren. „Konsequent ist es natürlich, auch diesen letzten Schritt als Begleitung und Hilfestellung ins Erwachsenenleben zu gehen“, sagt Jürgen Otto. Und irgendwie fallen da kurze Blicke auf Günter Garbrecht — besagtem Vorsitzendem des Stiftungsrates.

Mehr von Westdeutsche Zeitung