Porträts, Steampunk und viel Skurriles

Porträts, Steampunk und viel Skurriles

13 Künstler aus Monheim stellen ihre Werke bei der MonArt im Sojus aus. Alle Facetten dabei.

Monheim. Von der Wand schaut mit ernster Miene Willy Brandt herab, die Stirn ein wenig in Falten gelegt, so als betrachte er skeptisch die derzeitige politische Lage seines Landes. Daneben lächelt Loriot verschmitzt und vertreibt schlagartig alle trüben Gedanken. Die beiden wurden von Christine Ern porträtiert. „Angefangen hat alles damit, dass mein Sohn einen Bud Spencer haben wollte“, erinnert sich die Malerin. Damit war der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Promi-Porträts gemacht. Das Bildnis von Helmut Schmidt hat sie sogar nach Hamburg geschickt. „Helmut Schmidt hat es signiert“, erzählt sie stolz.

Hans Jörg Figge dagegen hat Fotografien in die ehemalige Krautfabrik mitgebracht. Die sind nichts für einen flüchtigen Blick. Bei seinen Motiven muss man schon genauer hinsehen. Und das lohnt sich, denn Figge spielt mit dem Blick des Betrachters. „Es kommt nicht darauf an, was man betrachtet, sondern was man sieht“, erklärt er. Jeder hat einen anderen Blick auf die Welt. Das zeigen auch die Ausschnitte, die er zu neuen Gebilden kombiniert und auf Alu-Platten aufgebracht hat. Für den einen sind es Schwäne, für den anderen eine gehörnte Gestalt.

Außerdem gab es bei der MonArt Schmuck aus Edelsteinen von Kiki, Comic-Art von Hank, abstrakte Malerei von Vereli, Fotografie von Clelio Ghietti, Schmuck-Unikate von Erwin Schumacher und Malerei von Hilde Weyler. Bunte Flaschen mit lustigen Sprüchen zeigte Luda Liebe.

Bei Carla Froitzheims QuadArt konnten sich Besucher ein Bild aus quadratischen Leinwänden ihrer Steampunk-Serie selbst zusammenstellen. Rosemarie Bruchhausen hat eine Reihe unterschiedlicher Zwerge aus Keramik mitgebracht. „Dabei geht es ums Bauchgefühl“, erklärt sie. Ihre Werkauswahl wird von einem Objekt bestimmt, das einen kritischen Hintergrund hat. Es ist ein rundes Sägeblatt, auf dem Autos im Stau stehen. „Das ist der Kölner Ring“, sagt Bruchhausen. In der Mitte hat es ein einsames Schaf unter einer Glasglocke geschafft, noch etwas Grün zu finden.

Farbenfroh und ungewöhnlich sind die Werke von Karl-Heinz Swaggert. Er hat nicht nur alte LP’s, sondern auch Pappen, Plakate und Kacheln bemalt. „Ich bemale alles“, sagt er. Dabei grundiert er mit Sprühfarbe und zeichnet dann mit Acrylstiften. Von den Schallplatten schauen den Betrachter skurrile Gesichter an, die sofort gute Laune machen. „Die Welt ist grau genug“, meint der Künstler.

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