Öffentliche Kunst in Monheim: Kunstreihe hängt von Bauarbeiten ab

Monheim : Kunst-Standorte werden vorbereitet

Künstlerische Themen im öffentlichen Raum haben Bezug zur Stadt Monheim.

Saman Hidayat (35) hat mit seinem „Schrei nach Freiheit“ 2018 die Monheimer Reihe „Kunst im öffentlichen Raum“ gestartet. Die Skulptur steht auf dem Kreisverkehr Baumberger Chaussee/Knipprather Straße. Sechs weitere Kunstwerke werden in naher Zukunft folgen. Das teilt die Stadt Monheim mit.

Hidayat möchte noch einmal den Zuschlag bekommen. Der Künstler, der 2015 aus dem nordirakischen Erbil fliehen musste, arbeitet gerade an einer fünfköpfigen Gänseschar, die künftig den Landschaftspark Rheinbogen schmücken könnte – „im Zuge einer Umgestaltung mit Streichelzoo“, wie Bürgermeister Daniel Zimmermann erläutert. Eigentlich wollte Hidayat den Gänsen noch eine Frauengestalt hinzufügen, erzählt er. Doch die Gänseliesel gestaltet der Düsseldorfer Bildhauer Professor Markus Lüpertz. Dessen Modell hat gerade die Zustimmung der Auswahlkommission bekommen. Jetzt wird seine mythisch-stattliche Gänseliesel namens „Leda“ in Bronze gegossen.

Gänse-Modelle werden unterschiedlich dargestellt

Lüpertz „Leda“ wird voraussichtlich im September vor der Kulturraffinerie K 714 an der Rheinpromenade aufgestellt. Die bronzene Gänseschar könnte auch noch in diesem Jahr durch den Landschaftspark Rheinbogen watscheln. Saman Hidayat will jedenfalls im Oktober fertig sein. „Drei Modelle hat er schon geschaffen“, sagt er. Sie stehen in der Kunstgießerei Schmäke in Düsseldorf-Oberbilk. Zwei der Gänse stellt er fressend dar, die anderen fliegend, startend oder beobachtend. Auch für den Bronzeton müsse er sich noch entscheiden.

Lüpertz ist der prominenteste aus der Künstlerreihe, die Monheim mit ihren Werken aufwerten wird. „Kunst in Monheim soll für Vielfalt stehen und diese dokumentieren“, erläutert Katharina Braun, Leiterin der Kunstschule und zugleich Projektleiterin für Kunst im öffentlichen Raum. Deshalb habe man das Konzept so angelegt, dass international bekannte Künstler wie Lüpertz und lokale Kunstschaffende mit Arbeiten beauftragt werden.

Die Themen haben meist einen Bezug zur Geschichte oder zur aktuellen Entwicklung der Stadt. So wie die Gänseliesel als Traditionsfigur in Bronze gegossen wird, könnte der Geysir die sprudelnden (Geld-)Quellen der Stadt symbolisieren. Bei dem überlebensgroßen Schelm, den die renommierte Monheimer Künstlerin Elke Tenderich-Veit gestalten wird – ebenfalls in Bronze – ist die Nähe zu Karnevalsbrauchtum gegeben. Die Plastik wird nach dem Umbau der Alten Schulstraße in der Altstadt ihren Platz finden.

Kreisverkehr befindet sich noch im Bau, Skulptur ist fertig

Die Skulptur „Haste Töne“ sollte eigentlich schon in diesem Monat den Kreisverkehr an der Bleer Straße/Berliner Ring schmücken. Doch der Kreisel ist noch nicht fertig, so dass der riesige Plattenspieler des Berliner Künstlerkollektivs „Inges Idee“ erst später kommt. „Der Berliner Ring ist bereits zur Hälfte fertig, der Kreisverkehr noch nicht. Kreisel und Kunstwerk sollen voraussichtlich im Juli eröffnet werden“, teilt Stadtsprecherin Birte Hauke mit.

Auch der heftig umstrittene Geysir des Düsseldorfer Künstlers Thomas Stricker, der die Stadt bundesweit in die Schlagzeilen gebracht hat, wird so schnell nicht kommen. „Derzeit werden noch offene Fragen zur technischen Realisierung geklärt“, sagt Hauke. „Wir wollen schließlich ein Kunstwerk, das technisch sicher funktioniert“, ergänzt Katharina Braun. „Der Geysir hat für eine Diskussion über Kunst gesorgt, die es in unserer Stadt vorher so noch nicht gegeben hat. Die sachliche, kontroverse Auseinandersetzung mit dem Werk ist sehr bereichernd“, erklärt Katharina Braun. Die Wasserskulptur soll in regelmäßigen Abständen Fontänen in die Luft sprühen. Der Geysir wird im Kreisel Krischer-/Kapellenstraße sprudeln.

Ab Spätsommer tanzt, wenn alles nach Plan läuft, auf dem Kreisverkehr Monheimer Straße/Sandstraße ein strahlend rotes Häuserpaar von Timm Ulrichs, dem selbsternannten Totalkünstler, aus Berlin.

Als nächstes wird ein Kunstwerk zu Ehren des Widerstandskämpfers und Pfarrers Franz Boehm für das Gelände der katholischen Gemeinde St. Gereon konzipiert.

Am Dienstag, 21. Mai, wird sich das Auswahlgremium, zu dem auch sechs Mitglieder der katholischen Gemeinde Monheims gehören, zusammensetzen und in einem ersten Schritt die Auswahl der Künstler besprechen.

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