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„Neukölln unlimited“: Von der Leinwand ins Leben

„Neukölln unlimited“: Von der Leinwand ins Leben

Im Rahmen der Kino-Reihe lief „Neukölln unlimited“. Die schier ausweglose Situation dreier jugendlicher Ausländer wurde anschließend übertragen auf Monheim.

Monheim. Plattenbauten und „Christiane F. — Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ — reduzieren sollte man den Berliner Bezirk Neukölln darauf nicht. Der Stadtteil bietet Stoff für einen aktuellen Dokumentarfilm. Der Bereich Jugend und das Jugendparlament präsentierten am Donnerstagabend „Neukölln unlimited“ in der Reihe „Kino in der Aula“.

„Es ist das, was wir erleben, nur im Extrem“, sagte Ulas (16), Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums. Pöbeleien älterer Leute im Bus seien auch in Monheim üblich: „Asoziale“ heiße es da manchmal über ihn und seine Freunde. „Für die sehen wir alle gleich aus“, sagte seine Schwester Kamile (17). In der Schule gelte es, Vorurteile auszuräumen, bevor die Mitschüler einen tatsächlich auch akzeptieren.

Im Film sind die Musikergeschwister Hassan (18), Lial (19) und Maradona (14) immer von der Abschiebung bedroht. Über Hip-Hop und Breakdance schaffen sie sich ein Ventil, entkommen für Momente ihrem Alltag mit Geldsorgen, Ämterbesuchen und engen Wohnverhältnissen.

Maradona bekommt Schwierigkeiten, als er eine Pistole mit in die Schule nimmt. Ein Engagement bei einer Casting-Show, der mögliche Hauptpreis von 100 000 Euro wird schließlich zur Hoffnung für die ganze Familie. 80 Besucher verfolgten die Geschichte in der Aula. Marc Serafin vom städtischen Bereich Jugend lud nach dem Film Monheimer Jugendliche zur Podiumsdiskussion auf die Bühne.

„Es geht um Ausländer. Es geht um uns“, sagte Zuschauer Hamza (16). Wie Ulas und Kamile engagiert er sich im Jugendparlament. „Der Film zeigt ein Klischee“, so Ulas. „Es ist eine Minderheit, die so auffällt“, fügte Kamile hinzu. Keiner ihrer Freunde habe Probleme mit der Polizei. Kontrolliert werde freilich trotzdem: „Die fragen ständig nach Personalien und tasten einen nach scharfen Gegenständen ab“, sagte Ulas.

Die Rap-Sequenzen des Films kommen in der Aula gut an: „Die Leute äußern ihre Meinung“, sagte Hamza. Er führte ein Stück vor, Baumberger Jugendliche zeigten Break-Dance vor der Kino-Leinwand. Ulas machte „Beat Box“: rhythmische Geräusche mit dem Mund. Dazu summte er die Melodie des Orchesterstücks „In der Halle des Bergkönigs“ von Edvard Grieg. „Abschalten kann man am besten mit Tanz und Musik“, betonte Ulas.

„Neukölln unlimited“ hat seit dem Start vor 19 Monaten positive Resonanz in der Presse gefunden. In der Aula applaudierten und johlten die Jugendlichen zum Abspann.