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Neuer Bücherschrank auf dem Kirchplatz eröffnet

Neuer Bücherschrank auf dem Kirchplatz eröffnet

Damit Trödelhändler ihn nicht kommerziell ausbeuten, werden alle Bücher künftig mit einer Stempelmarke versehen.

Langenfeld. Hiltrud Markett und Sven Lucht — sie ist Buchhändlerin, er Betreiber eines Bioladens — sind erneut „Eltern“ geworden und meinen damit die Langenfelder Bücherschränke. „Wir sind auf Steinmetz Hartmut Hegener zugekommen, um herauszufinden, ob unsere Vorstellung zu realisieren ist“, erklärt Lucht. Nachdem der erste Schrank am Berliner Platz positive Resonanz hervorbrachte, hatte der Kulturausschuss die Aufstellung eines zweiten beschlossen. Nach dem Motto „L wie Lesen, L wie Langenfeld“ können am Richrather Kirchplatz Pendler und Passanten im Bücherschrank in L-Form nun nach Lektüre stöbern, die dem persönlichen Geschmack entspricht.

Hartmut Hegener hat den Steinschrank zusammengefügt: „Ich wollte nicht diese typischen chinesischen Granite verarbeiten. Die sind zwar sehr preiswert, aber allgegenwärtig.“ Der Künstler wollte etwas mit Heimatbezug machen, entschied sich für Bergische Grauwacke aus Lindlar. Bürgermeister Frank Schneider lobt den Bücherschrank wie auch den Vorgänger am Berliner Platz als „Kunstwerk mit hoher Funktionalität“ und betonte die Schwierigkeiten bei der Standortentscheidung.

„Trotz allem möchte die Stadt in den nächsten Jahren weitere Bücherschränke aufstellen“, sagt Schneider. Und mit einem Augenzwinkern zu Hegener: „Planen Sie schon mal die nächsten Schränke ein“.

Schneider erinnert an die ehrenamtlichen Helfer, die „den Großteil der Verantwortung tragen, damit auch dieser Bücherschrank sich nicht selbst überlassen bleibt“. Zwölf Freiwillige werden sich darum kümmern. Schneider hat ihnen für diese Aufgabe offizielle Ausweise anfertigen lassen. Gesine Schütz und Luise Herhalt aus der Nachbarschaft gehören zum Team und freuen sich auf die neue Aufgabe: „Wir stehen einen Tag in der Woche zur Verfügung und schauen nach dem Rechten“.

Da es öfter vorkam, dass vor Trödelmärkten die Schränke geplündert wurden, stempeln Schütz, Herhalt und die restlichen Helfer die Bücher fortan mit einem Vermerk an Trödelmarktbesucher. Damit ist nachvollziehbar, wenn Bücher unerlaubt aus dem Schrank entwendet wurden. aca