Nächster Halt: „Musizieren“

Im neuen Spielmobil des Jugendamts probieren Schüler der Brüder-Grimm- Grundschule spielerisch Instrumente aus.

Langenfeld. Vorsichtig zupft Julia an den Saiten des Kontrabasses. Das Instrument klingt tief, aber melodisch. Die Sechsjährige lächelt. „Ich spiele das heute zum ersten Mal“, sagt sie stolz, während ihre gleichaltrige Freundin Charlotte im Hintergrund das Lied von den drei Chinesen anstimmt.

Julia und Charlotte gehen in die erste Klasse der Brüder-Grimm-Schule und werden im Offenen Ganztag betreut. Dass sie hier seit neuestem unter anderem Kontrabass, Geige und Trompete spielen können, haben sie einem Kooperationsprojekt der Musikschule Langenfeld, dem Referat Jugendarbeit und Kinderhaus zu verdanken.

Einmal in der Woche hält der Juki-Bus, das Spielmobil des Jugendamts, auf dem Parkplatz vor der Schule. Das Angebot ist für Kinder der Offenen Ganztagsbetreuung gedacht, die im Bus basteln, malen und jetzt auch Musik machen können.

„Anders als in der Musikschule gibt es hier keinen Unterricht. Die Kinder können ausprobieren und frei mit den Instrumenten spielen“, erklärt Musikschulleiter Jan Raderschatt. Daneben, so Raderschatt, betrachte er auch die positive Zusammenarbeit der zwei unterschiedlichen Referate, nämlich Musikschule und Jugendarbeit, als ein Ziel des Projekts.

Für Elke Burg, Leiterin des Referats für Jugendarbeit, bedeutet das neue Musik-Angebot des Juki-Busses vor allem Flexibilität in Bezug auf die offene Kinder- und Jugendarbeit. „Wir können dadurch mobil auf die Schulen zugehen“, sagt sie.

Etwa 30 Musikinstrumente wurden für das Projekt angeschafft. Die meisten davon sind gebraucht. „Rund 1300 Euro kostet zum Beispiel ein neuer Kontrabass. Wir haben einen gebrauchten für ungefähr 700 Euro gekauft. So konnten wir insgesamt mehr Instrumente anschaffen“, erklärt Raderschatt.

Unterstützt wird das Projekt durch die Mitarbeit von Sozialpädagogin Monika Dlugosch und Musiklehrer Thomas Forkert, die im Juki-Bus mitfahren. „Der Musiklehrer führt die Kinder spielerisch an die Instrumente heran. Die Kinder singen zum Beispiel das Lied ’Bruder Jakob’ und versuchen dann, dazu zu spielen“, erläutert Musikschulleiter Raderschatt.

Bis März läuft das Projekt an der Brüder-Grimm-Schule. „Wir möchten es gerne noch anderen Standorten anbieten, wenn das die Kapazitäten der Musikschule zulassen“, sagt Raderschatt.

Julia und Charlotte haben sich derweil der Trompete gewidmet. „Das ist gar nicht schwer. Man muss einfach nur reinblasen“, sagt Julia. Ein bisschen schräg klingen die Töne noch. Der Musikschulleiter schmunzelt. „Das Schöne ist doch, dass die Kinder hier nichts machen müssen“, sagt Raderschatt. „Wenn sie keine Lust mehr haben, können sie in den hinteren Teil des Busses gehen und sich beim Basteln entspannen.“

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