Nadelöhr am Monheimer Tor

Der Autoverkehr an der Tiefgarage erhitzt die Gemüter. Eine Umleitung zum Berliner Ring ist machbar, aber dem Management des Centers II zu teuer.

Monheim. Als am Dienstag der neue Busbahnhof eingeweiht wurde, da stürmten gleich mehrere Monheimer auf Bürgermeister Daniel Zimmermann zu, um ihrem Unmut Luft zu machen.

Das Thema: Autos, die am Monheimer Tor vorbei in die Tiefgarage fahren oder wieder hinauskommen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis da was passiert“, warnten sie. Denn tatsächlich strömen die Menschen über den Platz in Richtung Monheimer Tor und rechnen gar nicht damit, dass Autos kommen könnten.

„Das ist eine Katastrophe. Das hätten die Stadtplaner doch sehen müssen“, kritisiert auch WZ-Leser Franz Röhrig beim Anruf in der Redaktion.

Tatsächlich trifft die Planer der Stadtverwaltung keine Schuld. Im Gegenteil: Im Rahmen der Umgestaltung des Busbahnhofs wurden auch mehrere Gespräche mit dem Management des Center II geführt, denen die Tiefgarage gehört.

„Wir schlugen vor, die Einfahrt in Richtung Berliner Ring zu verlegen. Das wäre kein Problem gewesen. Allerdings liegen die Kosten bei etwa 400 000 Euro“, sagt Oliver Brügge, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung.

Man habe sogar einen Landestopf angezapft, der etwa 60 Prozent der Kosten übernommen hätte. „Trotzdem kam eine Absage des Center-Managements“, so Brügge. Also sei nichts anderes übriggeblieben, als den Tiefgaragen-Verkehr in Kauf zu nehmen.

In der Ratssitzung vom Mittwochabend war die Verkehrssituation vor dem Monheimer Tor ebenfalls ein Thema. CDU-Ratsherr Günter Bosbach kritisierte vor allem, dass die Autofahrer, wenn sie in einer Kolonne und nicht einzeln unterwegs seien, „äußerst rücksichtslos“ führen. „Herr Bürgermeister: Was gedenken Sie zu tun?“, wollte er wissen.

Zimmermann verwies einmal mehr darauf, dass die Tiefgarage in Privatbesitz sei. Aber es sollen möglichst schnell Schilder aufgestellt werden, die die Autofahrer zur Rücksicht mahnen. Außerdem ist vorgesehen, auf der Fahrbahn Reflektoren anzubringen.

Einen Zebrastreifen hin zum Eingang des Monheimer Tores lehnt der Bürgermeister jedoch ab. „Das gibt den Fußgängern das falsche Gefühl der Sicherheit“, sagt er und setzt auf die Sensibilisierung der Autofahrer.

Andreas Apsel, zuständiger Bereichsleiter im Rathaus, verweist darauf, dass die Problematik des Parkhaus-Verkehrs mit Blick auf die Fußgänger in anderen Städten doch viel dramatischer sei. „Da muss man nur in die Nachbarstadt Langenfeld gehen. Da führt der Weg aus einem Parkhaus direkt über den Bürgersteig“, sagt er. Apsel ist sicher: „Das wird sich einspielen. Es ist auch eine Sache der Gewöhnung.“

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