Musical-Schüler proben in Monheim am Zauberer von Oz

Monheim : Proben laufen auf Hochtouren

Monheimer Musikschule zeigt „Zauberer von Oz“ zum Advent.

Auf dem Kopf balancieren sie einen schwarzen Zylinder, ähnlich groß und windschief wie der des verrückten Hutmachers in „Alice im Wunderland“. Die Ärmel der roten Holzfällerhemden stehen waagerecht ab, ein Besenstil gibt die Haltung vor. Krähen-Kinder umrunden die Vogelscheuchen hüpfend und trippelnd, die angewinkelten Arme wie Flügel schlagend und krächzend. „Wir stehen im Weizenfeld und wissen nichts von der Welt, wir kennen nichts und können nichts. Und stehen nur dumm herum“, klären die Vogelscheuchen über ihr eingeschränktes Dasein auf. Eine von ihnen will sich mit ihrer immanenten Unfähigkeit zur Vernunft nicht abfinden und sich der Schar um Dorothy anschließen, in der Hoffnung, dass ihr der „Zauberer von Oz“ Verstand verleiht.

Jede Figur in dem Musical
hat ein eigenes Lied

Die Musicalklasse der städtischen Musikschule hat sich mit dem „Zauberer von Oz“ diesmal eine Produktion vorgenommen, für die es bereits eine literarische Vorlage gibt. „Die Musik stammt von Michael Voigt, der jeder Figur ein Lied auf den Leib geschrieben hat“, erklärt Organisatorin Corinna Nasirat. „Wir haben dann ein neues Textbuch geschrieben, neue Figuren wie die Zauberlehrlinge eingeführt, damit jedes Kind eine Rolle kriegt, und die Rollen mehr auf die Kinder zugeschnitten.“ Dabei konnten die Kinder in der ersten, noch sehr vom Ausprobieren und Improvisieren geprägten Phase ihre Figuren selbst erarbeiten. Viele der 18 Mitwirkenden zwischen acht und 14 Jahren sind zum ersten Mal dabei. „Da viele unserer bisherigen Darsteller inzwischen Abitur gemacht haben, mussten wir das Ensemble quasi neu aufbauen“, erklärt die Regisseurin und Schauspiellehrerin Monika Noltensmeier. Geblieben ist indessen das bewährte Profi-Team: Choreographin Corinna Nasirat, Tanz-Pädagogin Gerlinde Muhr-Birkhahn und Gesangslehrerin Mariann Shaguroff. Sie und andere Lehrer haben ihre Schüler in die Produktion gelotst.

Für die Kinder ist das eine interessante Erfahrung abseits des Schullalltages, die in einigen Fällen sogar zur Persönlichkeitsbildung beitragen kann. Sanjana Hamami (13), die wissbegierige Vogelscheuche, meint, schon ein bisschen selbstbewusster geworden zu sein. „Ich habe früher immer zu leise gesprochen“, sagt sie. Leisetreter sind aber nichts für die Bühne. „Weil ich so gerne schaupielere, wollte ich mich das trauen - und jetzt spreche ich lauter.“ Joyce Schlesinger (Dorothy) ist bei einer Komparsen-Agentur registriert und hat schon am Gymnasium in der Theater-AG mitgewirkt. „Ich mag es, in Rollen zu schlüpfen.“

Schüler wachsen in das
Thema hinein mit ihren Rollen

Auch Mia Tilkov (Zauberer von Oz) erlebte es als spannend, dass sie erstmal in verschiedene Rollen hinein schnuppern konnte, bis sie sich schließlich das grünlich schillernde Zaubergewand umgelegt hat. Und sie schätzt, dass die Darsteller die Charaktere mitentwickeln können. Überhaupt habe sie hier viele nette Menschen kennen gelernt.

Selbst wenn das Textlernen mitunter stressig sei, ist sie überzeugt, dass „am Ende etwas Gutes dabei herumkommt“. „Das Stück bietet unseren jungen Darstellern gute Möglichkeiten, in das Thema Musical hineinzuwachsen“, findet Musikschulleiter Jörg Sommerfeld.

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