Monheimer St. Sebastianus-Schützen feiern Pfingsten Schützenfest.

Monheim : Die Monheimer Schützen warten auf den großen Knall

Salutschüsse eröffnen am Freitag das Schützenfest. Gefeiert wird bis Montag.

Sie tragen Lederhosen, weiße Hemden und Hut. Über der Schulter hängt ein Lederbeutel mit Schwarzpulver. Unter dem Arm tragen sie Schaftböller – Geschütze, aus feinem Holz geschnitzt. Das sind die Böllerschützen der Monheimer St. Sebastianus Schützenbruderschaft, die am Freitag ihr Fest eröffnen werden. Mit Ehrengästen, die gestreng des Leitspruchs „Glaube, Sitte, Hoffnung“ ausgewählt werden. Präses ist Pfarrer Burkhard Hoffmann, für Sitte steht Hauptkommissar Dirk Dünchheim und für Heimat Bürgermeister Daniel Zimmermann.

„Bei uns wird noch viel Wert auf Tradition gelegt“, sagt Heinz Dickerboom vom Vorstand der Bruderschaft. Er wünscht sich, dass es noch ein bisschen so bleibt. Und vor allem, dass der Nachfolger von Präses Burkhard Hoffmann, Michael Hoßdorf, ebenso wie dieser die neuen Majestäten in der St.-Gereon-Kirche während des Gottesdienstes krönt. „Das hat was“, findet Dickerboom. „Das ist sehr feierlich.“

Gegen eine Modernisierung des Vereinsheims aus dem Jahr 1964 hat er allerdings nichts. Das soll so richtig cool werden. „Die dunklen Deckenbalken kommen weg, die holzvertäfelten Wände auch. Das wird hier alles höher und transparenter – angelehnt ans Bauhaus“, sagt er und ist froh, dass die Stadt den Verein beim Umbau unterstützt und auch den Parkplatz vor der Tür befestigt. „Mit etwas Glück sind die Arbeiten zum Schützenfest im nächsten Jahr abgeschlossen.“

Doch noch ist es nicht so weit. Die amtierenden Majestäten (Königin Heike Klenner mit Holger) warten auf die Eröffnung des Festes. Ebenso die Schützen, die ihre Nachfolge antreten wollen. Ausgeschossen werden die neuen Majestäten – König, Schüler- und Jungprinzen – am Freitag nach dem Gedenken am Ehrenmal (etwa ab 17 Uhr). Die Neuen werden noch am selben Tag proklamiert.

Der Samstag steht ganz im Zeichen des Schießens. Geschossen wird um den Pokal der Vereine, dann auf den Bürgervogel. Schießmeister Bernd Libertus wird die Turniere überwachen. Jeder Schütze bekommt eine Urkunde. „Die Ehrungen dauern erfahrungsgemäß bis spät in die Nacht“, sagt Dickerboom, der während der Festtage gern eine klaren Kopf behält. Nach dem Frühschoppen am Sonntag geht es mit dem Schießsport weiter.

Diesmal sind auch die Schützenlieseln dabei. „Wir wollten nicht in Grün gehen“, sagt Schriftführerin Angelika Libertus, die zu den Gründerinnen der Gruppe gehört. Jetzt kommen die Schützenlieseln in Dirndl und weißer Bluse und legen auf den Vogel an. Außerdem wird der beste unter den Königen ermittelt. Um 16 Uhr beginnt dann der Sternmarsch in die Altstadt. „Das ist ein tolles Bild. Gänsehautverdächtig. Wenn sich alle versammeln. Toll“, sagt Dickerboom begeistert. Aus drei Ecken werden die Gesllschaften aus Urdenbach, Baumberg und Hitdorf ins Herz der Altstadt ziehen, wo sie von den Majestäten empfangen werden. Die Parade ist auf der Kapellenstraße. Dann geht es wieder zum Schützenplatz.

Montag früh wird es hart für die Brauchtumsfreunde. Um sechs Uhr ist Wecken. Mit Böllerschüssen. Dabei wird die „Weckliste“ Name für Name abgearbeitet, hierarchisch geordnet. „Nicht alle Nachbarn sind begeistert, wenn wir so früh am Morgen Lärm machen. Und das noch an einem Pfingstmontag“, weiß Dickerboom. Doch das nehmen die Schützen in Kauf. Nach dem Königsfrühstück geht es in die Kirche, wo die Majestäten nicht nur gekrönt werden, sondern auch den Treueeid auf die Fahne des Vereins leisten müssen.

Seit 1350 gibt es die Monheimer Bruderschaft. Sie ist eine der ältesten.

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