Monheim: Zwei Geschosse weniger

Biesenstraße: Der Kölner Investor Girschkowski plant auf dem Gelände der alten Brauerei ein familienfreundliches und autofreies Quartier mit 36 Wohneinheiten.

Monheim. 7000 Quadratmeter Bauland in zentralster Lage - das klingt nach einer begehrten Investition. Doch tatsächlich ist es im Falle des alten Brauereigeländes zwischen Biesen- und Alter Schulstraße so, dass seit der Schließung im Jahre 2004 nicht wirklich etwas passiert ist. Es gab Überlegungen, viergeschossig zu bauen. Da zogen die Stadtplaner im Rathaus vor vier Jahren die Reißleine. Dann trat Fußballlegende Paul Breitner mit Geschäftspartner August Lotz aus Velbert ins Rampenlicht. Neue Pläne kamen auf den Tisch. Doch auch Breitner&Co haben sich wieder verabschiedet. Aber jetzt tut sich etwas. Der neue Investor ist Unternehmer Girschkowski aus Köln. Und er hat ganz neue Pläne.

Für Anwohner besonders wichtig: Nun sollen nur noch zweigeschossige Reihenhäuser mit ausgebautem Dachboden entstehen. "Das planerische Konzept sieht ein familienfreundliches, autofreies Wohnquartier vor. Dieser innovative Ansatz ist in Monheim in dieser Form noch nicht realisiert worden", schildert Robert Ulrich, Stadtplaner im Rathaus. Die Erschließungswege seien als Spielstraßen vorgesehen, die als gemeinschaftliche Fläche der sozialen Kommunikation dienen. Insgesamt sind 36 Wohneinheiten mit zurückgesetztem Staffelgeschoss in "moderner, zeitgemäßer Architektur" - so die Vorlage für den Planungsausschuss - vorgesehen.

Doch wo soll geparkt werden, wenn das Wohngebiet autofrei ist? Die Stadtplanung nennt in VarianteA im zentralen Bereich eine Tiefgarage und darüber oberirdische Plätze. Außerdem werden noch einige wenige zusätzliche Parkmöglichkeiten an der Biesenstraße vorgeschlagen.

In Variante B fallen die Stellplätze über der Tiefgarage weg. Das würde laut Verwaltung den Vorteil haben, dass im zentralen Bereich eine Grünfläche als Verbindung an die Alte Schulstraße angelegt werden könnte. "Jedoch würde die Biesenstraße von Parkplatzreihen dominiert werden", wird gewarnt. Dann gibt es noch eine Variante C. Demnach würden die Besucherplätze an der Biesenstraße entstehen, die privaten Stellplätze aber zentral ohne Tiefgarage angeordnet.

Das ganze so genannte Bauleitverfahren wird nach dem Rückzug von Breitner/Lotz neu gestartet. Das heißt: Zunächst wird sich am kommenden Mittwoch der Planungsausschuss damit befassen. Gibt die Politik grünes Licht, wird es wahrscheinlich schon im Mai eine Bürgerbeteiligung geben. Die dürfte wegen der Parkplätze vor allem die Anwohner der Biesenstraße interessieren. In der Verwaltungsvorlage geht die Stadtplanung davon aus, dass "der Nutzungskonflikt mit den Anwohnern der Poststraße minimiert wird". Hintergrund: In diese Richtung werden lediglich die Gärten der neuen Wohnanlage liegen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung