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Monheim Wo in Monheim Bomben eingeschlagen sind

Monheim : Stadtarchiv erzählt die Weltkriegsgeschichte neu

Die oft zitierte Zahl von 73 Kriegsopfern widerlegt Archivar Michael Hohmeier.

Als Ersatz für eine Ausstellung, die zum 75. Jahrestag des Kriegsendes 1945 gezeigt werden sollte, präsentiert das Stadtarchiv jetzt Texte und Bilder im Rahmen des Monheim-Lexikons. Die Archivmitarbeiter haben dabei auch die Todeszahlen umfassender recherchiert und aktualisiert. „Eine besondere Rolle spielt dabei die Zahl 73, die seit vielen Jahren zitiert wird“, erläutert Michael Hohmeier vom Stadtarchiv Monheim. Belegt sei sie nicht. „Sie wurde zunächst als Gesamtzahl der Ziviltoten genannt, später wurde daraus die Opferzahl der Bombennacht vom 21. Februar 1945. Beides ist falsch.“

Während des Krieges und kurz danach kamen in Monheim und Baumberg 113 Zivilpersonen ums Leben, davon 51 am 21. Februar 1945. „Nach intensiven Recherchen können wir alle Opfer namentlich belegen, es ist aber keineswegs ausgeschlossen, dass es noch weitere gibt“, so Hohmeier nach der Recherche auch in den Stadt- und Pfarrarchiven der Nachbargemeinden, wo möglicherweise schwer verwundete Monheimer in einem Krankenhaus gestorben sind. Von den 113 Toten waren 27 Zwangsarbeiter.

Auch nach gefallenen Soldaten haben die Archivmitarbeiter Sonja Felten und Hohmeier geforscht. „Uns liegen Beurkundungen zu 212 aus Monheim und Baumberg eingezogenen Soldaten vor, die gefallen sind oder nach langer Vermisstenzeit für tot erklärt wurden.“ Aber auch da sei es möglich, dass es noch unbekannte Fälle gebe.

Am 16. April 1945 sind die ersten amerikanischen Einheiten in Monheim einmarschiert. Der schwerste Bombenangriff auf Monheim ging am 21. Februar 1945 nieder; 29 Wohnhäuser wurden zerstört. Danach folgten zwar keine weiteren Luftangriffe mehr, jedoch hatte die US-Armee Anfang März das linke Rheinufer erreicht und schoss von dort Artilleriegranaten herüber. Darunter hatte insbesondere Baumberg zu leiden, dort kamen noch am 16. April 1945 sieben Menschen ums Leben.

Mit Unterstützung zahlreicher Archive, darunter die Air Force Historical Research Agency in den USA, haben die Monheimer Archivmitarbeiter das Material zum örtlichen Kriegsgeschehen zusammengetragen. „Jetzt haben wir für jeden aufgeführten Toten, eine, manchmal sogar mehrere Quellen als Nachweis“, bestätigt Hohmeier. Karl-Heinz Hennen, der die Geschichte der Stadt aufschreibt, will die neuen Zahlen in den dritten Band über die Zeit von 1918 bis 1945 aufnehmen. „Ich freue mich, dass die Erinnerungskultur gepflegt wird.“

Die Internetpräsentation ist in 14 Abschnitte gegliedert, die Textbeiträge mit 45 Fotos und Grafiken illustriert. og

www.monheim.de/kriegsende

(og)