Monheim will Anteil der Radfahrer von zehn auf 25 Prozent steigern

Bürgerworkshop : Stadt will Bürger zum Radfahren motivieren

Interview Andreas Apsel und Stephanie Augustyniok laden zum Workshop ein.

350 Monheimer haben seit Anfang Oktober auf der Online-Plattform und an Infoständen ihre Meinung kundgetan und Vorschläge zum Radverkehr gemacht. Für Dienstag, 18.30 Uhr, lädt die Stadtverwaltung zu einem Bürgerworkshop ins Rathaus ein, um die Ideen zu bündeln und weiter zu entwickeln.

Herr Apsel, Sie fahren in Monheim zu Terminen gerne mit dem Fahrrad. Wie sicher fühlen Sie sich dabei?

Andreas Apsel: Ich fühle mich in Monheim sehr sicher. Ich finde in der Stadt Umstände vor, die mir das Radfahren leicht machen. Es gilt beispielsweise auch in der Innenstadt auf vielen Strecken Tempo 30. Die meisten Straßen sind recht ruhig, und auf den Nebenstraßen ist wenig Verkehr. Ich erreiche schnell meine Ziele.

Auf der städtischen Mitdenken-Plattform, die seit Oktober geschaltet ist und an den Beteiligungsständen haben sich inzwischen viele Bürger eingebracht, die auf Mängel hinweisen und eigene Vorschläge machen. Wie erklären Sie sich diese enorme Resonanz, wenn nur zehn Prozent aller Monheimer im Alltag aufs Rad steigen?

Staphanie Augustyniok: Inzwischen haben sich über 350 Menschen eingebracht. Das Thema Radfahren kommt langsam bei der Bevölkerung an. Es ist eine Alternative zu den vielen Staus im Berufsverkehr. Es haben auch viele mitgemacht, die nicht mit dem Rad unterwegs sind. Das ist natürlich auch eine Zielgruppe, die wir ansprechen möchten. Einige Menschen sind unsicher, wenn sie im normalen Straßenverkehr mitfahren. Oft ist das aber eine gefühlte Unsicherheit. Deshalb wünschen sie sich extra ausgewiesene Radwege. Es gibt aber in Monheim sehr viele Möglichkeiten, auf Nebenstraßen auszuweichen.

Und wie wollen Sie die große Mehrheit der 90 Prozent motivieren?

Apsel: Motivieren muss sich natürlich jeder selber. Für das Radfahren braucht man eine gewisse Einstellung und die körperliche Fitness. Das ist unabdingbar. Wir versuchen, das Umfeld so anzupassen, dass man relativ gefahrlos auf zwei Rädern unterwegs sein kann. Je mehr auf das Fahrrad umsteigen, desto weniger fahren Auto.

An Schutzstreifen, Radwegen oder abgesenkten Bordsteinen herrscht kein Mangel. Was soll das fürs Frühjahr 2020 geplante Radverkehrskonzept zusätzlich erreichen?

Apsel: Es ist tatsächlich schon sehr viel getan worden. Wir befinden uns in einem fortlaufenden Prozess, und es kann noch vieles verbessert werden. Unser Ziel ist es, dass Radfahrer 25 Prozent des gesamten Straßenverkehrs ausmachen.

Was kostet die Ausarbeitung des Konzeptes?

Augustyniok: Die Konzepterstellung und die Fortschreibung belaufen sich auf 21 000 Euro.

Die Bürger bringen ihre Vorschläge ein. Was davon ist überhaupt umsetzbar?

Apsel: Wir müssen die Vorschläge natürlich in Kernaussagen zusammen fassen. Äste, die stören, können aber problemlos gekappt werden.