Erste Entwürfe in Auftrag : Gänseliesel soll Monheims Ampeln zieren

Die Stadt hat die Entwürfe für das Wappenmädchen schon in Auftrag gegeben.

In Mettmann ist der Vorstoß noch frisch. Dort haben die Kreispolitiker gerade einem Vorschlag zugestimmt, den Neandertaler als Ampelfigur zu prüfen. Für Monheim arbeitet schon eine Werbeagentur an dem Auftrag, Entwürfe für eine Gänseliesel anzufertigen. Diese könnten bereits ab Frühjahr den Fußgängern in Monheim zeigen, wann sie gehen dürfen und wann sie stehen bleiben müssen – flächendeckend.

Damit ist das Votum einer kreisangehörigen Stadt schon einmal klar. „Ich finde die Idee, für Mettmann einen Neandertaler in Ampeln zu installieren hübsch“, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto). „Aber die Identifikation in Monheim mit der Gänseliesel ist natürlich höher.“ Das haben die Monheimer bereits im Mitmachportal der Stadt kund getan. Andreas Peine hat dort die Diskussion angestoßen. 27 Bürger haben den Vorschlag kommentiert.

Doch der Bürgermeister ist schon weiter. Vorbehaltlich der vom Land benötigten Genehmigungen würde Zimmermann die neuen Ampelfiguren gern bereits im Frühjahr leuchten lassen. Dazu müssten die Streulichtscheiben in den Ampel-Anlagen ausgewechselt werden. Teuer sei dabei vor allem die Entwicklung dieser Scheibe. Denn sie müsse viele Vorschriften zur Sicherheit im Straßenverkehr berücksichtigen – etwa ob auch Menschen, die nicht so gut sehen können, die Anzeige richtig wahrnehmen. Sei diese Scheibe erst einmal da, spiele die Stückzahl bei den Kosten kaum Rolle.

In Monheim gibt es insgesamt 13 städtische Ampelanlagen, so Zimmermann. Diese teilen sich in vier reine Fußgängerampeln und neun Kreuzungsanlagen auf. Fußgängerampeln gibt’s an der Kapellenstraße/Rheinstadion, am Garather Weg/Moosweg, an Opladener Straße/Schleiderweg und der Geschwister-Scholl-Straße/Höhe Marktplatz. An der Opladener Straße stehen Ampeln im Bereich Rathausplatz, Schwalbenstraße, Oranienburger Straße, Baumberger Chaussee und Am Kieswerk. Weitere Kreuzungsbereiche sind Berghausener Straße/Baumberger Chaussee, Berghausener-/Heinrich-Hertz-Straße und Berghausener-/Wiener-Neustädter-Straße. Hinzu kommen Ampelanlagen an der Monheimer Straße/Sandstraße.

Gänseliesel ist im Monheimer Brauchtum fest verankert

In der Ampel soll nicht etwa die Gänseliesel zu sehen sein, die als Stadtlogo genutzt wird. „Die Gänseliesel ist ja mehr, hat eine lange Geschichte“, sagt Zimmermann. Sie ist fester Bestandteil im Brauchtum. Das Monheimer Prinzenpaar etwa hat immer eine Gänseliesel und einen Spielmann in seinem Gefolge. Jedes Jahr holt der Spielmann über und trifft seine Gänseliesel auf der Monheimer Rheinseite. Als Skulptur ziert die Gänseliesel bereits den Brunnen vor dem Rathaus. Künftig soll eine 700 000 Euro teure Gänseliesel des weltbekannten Düsseldorfer Künstlers Markus Lüpertz das Stadtbild aufwerten.

„Ich bin ganz eindeutig für die Gänseliesel als Ampelmädchen in Monheim. Die Gänseliesel ist unser Wahrzeichen“, sagt Renate Mohr. Inge Welsch, sieht das anders. „Zum Umtaufen der Ampelfiguren in die Steinzeit oder in Monheim mit Gänseliesel kann ich nur sagen: Schnapsidee, überflüssig wie ein Kropf! Kann das benötigte Geld nicht sinnvoller eingesetzt werden?“

Aus Sicht der Stadt Langenfeld ist „eine solche Maßnahme rund um die Fundstelle und im Bereich des Neanderthal-Museums sicherlich eine nette Aktion mit Wiedererkennungswert für die Besucher“, sagt Bürgermeister Frank Schneider. „Obwohl wir am regional angelegten Neanderland-Tourismus-Auftritt des Kreises Mettmann mitwirken und auch medial partizipieren können, ist für mich eine Umsetzung in unserer Stadt eher nicht vorstellbar.“

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