Monheim: Stadtgeschichte - Das Steene Krüx am Sandberg

Monheim: Stadtgeschichte - Das Steene Krüx am Sandberg

Abgeschiedenheit und Natur prägten das Erscheinungsbild des Sandbergs vor seiner Bebauung Ende der 1950er Jahre.

Monheim. Der Sandberg ist zwar nicht wirklich ein Berg, aber immerhin: Eine leichte Steigung hat er schon. Und das reichte offensichtlich vor Jahrhunderten für die Namengebung - schließlich erstmals offiziell festgehalten in einem preußischen Kataster von 1830. Und der Namensteil Sand ist schnell erklärt: "Die Gegend ist sehr sandig" - weiß Stadtarchivar Michael Hohmeier. Mit ihm ging die WZ einmal ein wenig in die Geschichte des Viertels. Ende der 1950er Jahre begann die Bebauung des Sandbergs. Die damals vergebenen Straßennamen aus der Pflanzen- und Tierwelt spiegeln die Nähe zum Kniprather Wald wieder. Nicht nur Wohngebiete entstanden auf dem Sandberg. Auf der Falkenstraße wurde 1967 ein Schulzentrum errichtet. Auch heute noch sind dort zwei Schulen-Komplexe untergebracht: die Peter-Ustinov-Gesamtschule und die Grundschule am Lerchenweg. Der alte jüdische Friedhof an der Hasenstraße wird seit 1969 als Gedenkstätte genutzt. 1938 wurde er von Nazis geschändet. Gegenüber entstand 1967 die Filialkirche St. Ursula der katholischen Pfarrgemeinde St. Gereon. Die im gleichen Jahr eröffnete Filiale der Stadt-Sparkasse schloss 1995. Auch das 1971 eröffnete erste Monheimer Schwimmbad, das Hallenbad an der Schwalbenstraße, wurde 1998 geschlossen. Am Lerchenweg befinden sich verschiedene Arztpraxen. An der Ecke Schwalbenstraße /Hasenstraße steht ein altes Wegekreuz, dessen Geschichte sich mindestens bis 1711 zurückverfolgen lässt. Im Zuge der Stadtentwicklung und dem Ausbau von Straßen musste das Kreuz in den vergangenen 50 Jahren mehrmals umziehen. Ursprünglich stand es unter einer Linde an der Opladener Straße in der Nähe des Gartzenweges. Seit den 1980er Jahren ist es an seinem heutigen Standort zu finden. Das Wegekreuz, auch Steene Krüx genannt, erinnert an die längst vergangenen Tage, als der Sandberg noch unbewohnt war und nur ein kleiner unbedeutender Vorposten auf dem Weg von Langenfeld nach Monheim.

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