Monheim: Stadt stattet drei Grundschulen mit mehr Geld für einen rhythmisierten Ganztag aus

Monheim : Ganztagesplätze an Grundschulen werden in Monheim gefördert

Projekt knüpft an ein Vier-Säulen-Konzept an. Vorhandene Ganztags-Modelle sind der Anreiz für die Gestaltung an den Grundschulen.

Die Nachfrage nach Ganztagsplätzen an den Grundschulen in Monheim ist ungebrochen hoch und auf Bundesebene wird derzeit über einen Rechtsanspruch auf Ganztagsplätze diskutiert. Die Stadt Monheim möchte bereits heute den Weg für dieses Zukunftsmodell für Grundschulen bereiten und drei örtliche Standorte mit den finanziellen Mitteln für mehr Personal ausstatten:

Ab dem Schuljahr 2019/20 sollen Rhythmisierte Ganztagsklassen mit 15 000 Euro pro Jahr und Klasse gefördert werden. Das entspricht 60 Ogata-Fachkraftstunden je Klasse, so dass künftig pro Klasse eine Lehr- und zwei Ogata-Kräfte im Team zusammenarbeiten können, wie Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie, kürzlich im Schulausschuss ausführte.

Der Rat hatte die Stadt im September im Rahmen der „Hauptstadt für Kinder Entwicklungsplanung 2019 bis 2020“ damit beauftragt, die Rahmenbedingungen für den rhythmisierten Ganztag „als zentrale Zielsetzung der Hauptstadt für Kinder“ zu verbessern. Die Stadtverwaltung hat inzwischen eine Projektgruppe mit den drei interessierten Schulen – Schule am Lerchenweg, Armin- Maiwald- und Hermann-Gmeiner-Schule – gegründet und sich von der Unteren Schulaufsicht und der Serviceagentur Ganztägig Lernen Schleswig Holstein beraten lassen.

„Wir haben schnell gemerkt, dass es nicht das eine allgemeingültige Konzept gibt, dass diese an vorhandene Konzepte anknüpfen und die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen müssen“, sagte Feldmann. Dennoch habe man sich auf ein Vier-Säulen-Modell geeinigt, dass unter anderem ein gemeinsames Werte- und Erziehungskonzept, eine kindgerechte Gestaltung des Tagesablaufs, die Zusammenarbeit im Team und die gemeinsame Raumgestaltung beinhaltet.

Schulleitungen wird Checkliste zur Verfügung gestellt

Die Verwaltung erarbeitet eine Arbeitshilfe in Form einer Checkliste, die den Schulleitungen zur Verfügung gestellt werden soll. Bei den jährlichen Ogata-Entwicklungsgesprächen soll dann bewertet werden, in wieweit der jeweilige Standort sein Konzept umgesetzt hat. Dabei soll auch die Zahl der Ganztagsklassen festgelegt werden. Peter Rischard (evangelische Kirche) konnte nicht nachvollziehen, warum die Ogata-Leitung im Rhythmisierten Ganztag ab der dritten Klasse freigestellt werden soll, die Leitung im additiven System jedoch nicht. Die Organisationsstruktur des rhythmisierten Ganztags, in der vieles ineinander greife, stelle erheblich höhere Anforderungen an eine Leitungskraft, sagte Feldmann. Sie betonte, dass nicht jede Schule die Konzeption des rhythmisierten Ganztags sofort umsetzen muss. Das hänge auch von der jeweiligen Nachfrage des Ganztages ab und dem Umstand, in wieweit die geplanten Schulneubauten und Sanierungen vorangeschritten sind. Einige Schulleitungen werden das abwarten.

Achim Nöhles, Leiter der Schule am Lerchenweg, stellte noch einmal die Wichtigkeit heraus, den benachteiligten Kindern einen strukturierten Tagesablauf zu bieten. Man arbeite inzwischen in multi-professionellen Teams, das müsse organisiert werden, hier brauche es Rollenklarheit. Den Vorwurf von Alexander Schumacher (SPD) eines „Zwei-Klassen-Ganztages“ wies Feldmann mit dem Hinweis zurück, dass jede Ganztagsgruppe pauschal mit 5500 Euro pro Jahr gefördert werde.

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