Monheim: Segel auf Erfolgskurs gesetzt

Monheim: Segel auf Erfolgskurs gesetzt

Die Seglerin Nadine Möller hat viel erreicht. Sie und 136 weitere Sportler wurden jetzt geehrt.

Monheim. Mit einer Mischung aus Freude und Anspannung erhob sich Nadine Möller von ihrem Platz, nachdem Karl-Heinz Göbel sie dazu aufrief, nach vorne zu kommen. Ihren Eltern war der Stolz deutlich anzumerken, als der 18-Jährigen vom Vorsitzenden des Stadtsportverbandes eine Goldene Medaille plus Urkunde überreicht wurden.

Stolze Gesichter sollte es an diesem warmen Herbstabend im "Pfannenhof" bei der Ehrung der Monheimer "Sportler des Jahres 2008" zwar noch öfter zu sehen geben, doch eine Auszeichnung in Gold, wie sie Nadine Möller erhielt, blieb nur wenigen vorbehalten. Daniel Rotondi etwa, der mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Gehörlosen-WM 2008 den Titel gewann, zur Preisverleihung allerdings nicht erschien, sowie Sebastian Hitz, deutscher Juniorenmeister und WM-Teilnehmer im Kanu.

Nadine Möller (18), Sportlerin des Jahres 2008 über ihre Ziele im Segelsport.

Das Wasser ist auch Nadine Möllers Lieblingselement. Sie betreibt eine Sportart, die in unseren Gefilden eher ein Schattendasein fristet - schon allein aus geografischen Gründen. Nadine segelt. Und das sehr erfolgreich. Bei der Jugend-Europameisterschaft belegte sie im vergangenen Jahr die 22. Position, bei der Weltmeisterschaft in Portugal gelang ihr anschließend von 131 Seglern der 36. Platz unter 54 Damen. Somit ist sie aktuell die beste Seglerin in Nordrhein-Westfalen und gehört darüber hinaus zu den Top Zehn in Deutschland.

Geboren ist Nadine Möller in Lübeck, sie zog mit ihren Eltern allerdings schon als Kleinkind nach Monheim. Das Segeln war damals die große Leidenschaft ihres Vaters. "Er hat schon sehr früh versucht, mich dafür zu begeistern, doch wie das so ist, wenn Väter einen trainieren, hat es mir da noch nicht wirklich viel Spaß bereitet", erklärt Möller. Als sie sich schließlich mit neun Jahren dem Segelclub Monheim anschloss, kam die Leidenschaft dann aber doch ganz schnell. Der Aufstieg nahm seinen Lauf.

Dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist, bewies sie in diesem Jahr. Bei der WM landete sie auf dem 25. Platz, bei der Junioren-EM gelang ihr diesmal sogar der 9. Platz. Der ersten Auszeichnung als Sportlerin des Jahres dürften somit schon bald weitere folgen. "Mein großes Ziel ist es, bei der Weltmeisterschaft noch weiter nach vorne zu kommen", gibt sich Möller mit dem Erreichten nicht zufrieden.

Um ihre sportlichen Ziele zu erreichen, trainiert sie in der Winterzeit zweimal wöchentlich ihre Kraft und Ausdauer. An Segeln am Monbag-See ist zu dieser Jahreszeit natürlich nicht zu denken: "In der Saison sind wir dafür dann aber fast jedes Wochenende unterwegs", sagt Möller. Doch wie lange sie noch aktiv segeln kann, ist unklar, denn ihre Prioritäten sind klar gesetzt: "Schule geht natürlich vor. Im nächsten Sommer mache ich mein Abi, danach möchte ich gerne für ein Jahr nach Neuseeland, um dort als Segeltrainerin zu arbeiten."

Anschließend soll es dann wieder zurück in den hohen Norden gehen, genauer gesagt nach Kiel, wo Nadine Möller BWL studieren möchte. Wie viel Zeit da noch bleibt, um selbst aktiv zu sein, steht in den Sternen. "Ich werde natürlich versuchen, so lange wie möglich weiterzumachen. Im Moment freue ich mich einfach sehr über diese Auszeichnung und hoffe, dass dem Segelsport bald auch ein wenig mehr Aufmerksamkeit zuteil wird."

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