1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Langenfeld und Monheim

Monheim Rheinpark: Investor baut neue Büros

Monheim : Rheinpark: Neubau soll 1200 Arbeitsplätze schaffen

25 000 Quadratmeter Bürofläche werden gebaut, sobald die Hälfte der Fläche vermietet ist.

. Trotz der sich häufenden Berichte über eine drohende Rezession boomt der Gewerbestandort Monheim beständig. Mehrere Projektentwickler werden in den kommenden Jahren über 25 000 Quadratmeter Bürofläche allein im Gewerbegebiet Rheinpark schaffen – und damit Platz für bis zu 1200 Arbeitsplätze. Die Firma Complemus Real Estate aus ­Aachen plant an der Wasserachse – auf dem Grundstück zwischen IT Technologies und UPS – ein sechsgeschossiges Bürogebäude mit etwa 6000 Quadratmetern vermietbarer Fläche. Das Projekt „Rheinpromenade 10“ ist für Complemus – nach Rheinpark-Carree I und II, dem Monberg Office und dem Parkhaus – das fünfte Neubau-Projekt im Rheinpark.

 „Für Herbst erwarten wir die Baugenehmigung“, sagt Geschäftsführer Matthias Dötsch. „Der Baubeginn hängt dann von der Nachfrage ab. Ab einer Vermietung von mindestens 50 Prozent legen wir los.“ Bisher hätten sich bereits Interessen für kleinere Fläche gemeldet, berichtet Christoph Blümer von Colliers Düsseldorf, der das Projekt vermarktet. Wünschenswert wäre es, einen Ankermieter zu finden, der 40 Prozent der Büroflächen mietet. Einen konjunkturellen Nachfragerückgang bemerkt er nicht. Der Gewerbeimmobilienmarkt sei relativ unabhängig von Konjunkturschwankungen, da die Mietverträge gewöhnlich eine Laufzeit von fünf oder zehn Jahren haben. „Durch die dadurch bedingten Umzüge ist der Markt immer in Bewegung.“

Blümer konkurriert mit den künftigen Maklern eines weiteren großen Neubauprojektes: Die Stadt verhandelt mit der Firma Landmarken aus ­Aachen über das letzte Grundstück mit Rheinblick am Kopfende der Wasserachse. Der Projektentwickler will ein neungeschossiges Bürohaus sowie ein fünfgeschossiges Nebengebäude errichten. Insgesamt sollen dort 20 000 Quadratmeter Büroflächen geschaffen werden, für die Hälfte der Fläche gibt es bereits einen Interessenten. „Das ist dann das höchste Gebäude im Rheinpark. An dieser Stelle in Verlängerung des Monbergs war immer ein Hochpunkt vorgesehen“, erklärt Thomas Zitzmann von der städtischen Wirtschaftsförderung.

2018 hatte der Stadtrat nochmal das Höhenkonzept für den Rheinpark angepasst, um mit höheren Gebäuden eine bessere Grundstücksausnutzung zu ermöglichen. Wenn der Kaufvertrag unterschrieben ist, ist das Gewerbegebiet voll. Die verbleibenden Grundstücksflächen hinter dem Monberg hat die städtische Entwicklungsgesellschaft (SEG) für das Parkhaus Kulturraffinerie reserviert.

Ein Problem bleibt die Nahversorgung: Als Ergebnis einer Machbarkeitsstudie wird der Betreiber der Monberg Gastronomie nun doch keinen Kantinenbetrieb für die Bürohäuser im Rheinpark anbieten. „Wir versuchen, mit einem der beiden Projektentwickler zu vereinbaren, dass in einem der Neubauten ein Mittagstisch Einzug halten kann“, so Zitzmann. Als erste Lösung soll ab September eine Kooperation zwischen dem Hotel-Restaurant Vater Rhein und dem Comfort Hotel an den Start gehen. „Wir bieten den Mittagstisch über die Monheimer Lokalhelden an, Interessenten können über die Plattform eine Bestellung aufgeben, das Catering Lohrum liefert das Essen dann ins Hotel“, berichtet Zitzmann.

Insgesamt ist die städtische Wirtschaftsförderung mit der Nachfragesituation zufrieden. Erst 2018 konnte sie die Firma Segger Microcontroller, dem nach eigenen Angaben weltweit führenden Anbieter für Embedded Software und Entwicklungswerkzeuge, im Gewerbegebiet Weidental ansiedeln. Im Februar wurde der erste Spatenstich für den neuen Firmenhauptsitz mit 2200 Quadratmetern Bürofläche gesetzt.

Im Gewerbegebiet Am Wald besitzt die SEG eine Fläche von 10 800 Quadratmetern, die derzeit noch von der Spedition Betz International als der vormaligen Eigentümerin genutzt wird. „Wir führen derzeit erste Gespräche mit Interessenten für eine etwaige Nachnutzung“, so Zitzmann. Insgesamt sei die Anfrage nach Gewerbeflächen anhaltend hoch, aber die Gesuche für sehr große Bürostandorte seien wegen der Konjunkturdelle weniger geworden.