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Monheim Naturschutz behindert Pläne für Sportplatz

Monheim : Pläne für Sportzentrum ruhen vorerst

Ein Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu) hat Einspruch gegen die Änderung des Monheimer Rekultivierungsplans eingelegt.

Momentan ist es nur eine Haushaltsposition: Die Stadt Monheim hat für das geplante Sportzentrum Am Kielsgraben Planungskosten eingestellt. „Wir wollen eine Machbarkeitsstudie beauftragen, die unter anderem Auskunft über die Tragfähigkeit des verfüllten Untergrundes gibt“, sagt André Zierul, Leiter der Abteilung Sport. Die zweieinhalb Fußballfelder sollen dereinst von den Sportfreunden Baumberg genutzt werden, die derzeit noch auf der neuen Bezirkssportanlage und im Mega-Stadion an der Sandstraße gegen den Ball treten. Das neue Sportzentrum soll dann den Sportplatz an der Sandstraße ersetzen.

Seit Jahren beschweren sich Anwohner über den Sportplatz

„Dort gibt es schon seit Jahren Probleme, weil das Stadion mitten im Wohngebiet liegt“, sagt Zierul. Besonders die Lärmbelästigung und der Druck der Besucher auf die wenigen Parkplätze sei für die Anwohner ein Problem. Auch zur Entlastung der neuen Wohnsiedlung am Waldbeerenberg soll der Fußball von der dortigen Sportanlage in Richtung Kielsgraben verlagert werden. „Wir dürfen aber erst anfangen, wenn die Rekultivierung der Auskiesungsfläche 2024 abgeschlossen ist“, betont Bürgermeister Daniel Zimmermann. Die Stadt habe zwar 2016 ein Bebauungsplanverfahren angestoßen, aber das sei noch nicht abgeschlossen. Damals, vor vier Jahren, hatte man sich noch Hoffnung auf eine frühere Umsetzung des Planfeststellungsbeschlusses gemacht. Inzwischen ist Zimmermann vorsichtiger.

„Die Verfüllung der Kiesgrube ist weit vorangeschritten, in diesem Jahr werden wir das wohl abschließen“, sagt Elmar Werling, bei Braas zuständig für die Rohstoffsicherung. Man führe derzeit Verkaufsgespräche mit der Stadt, außerdem liege ein Änderungsplan für den ursprünglichen Planfeststellungsbeschluss bei der federführenden Unteren Wasserbehörde des Kreises Mettmann vor. „Wir wollen den genehmigten Rekultivierungsplan so anpassen, dass er mit der geplanten Nutzung durch die Stadt vereinbar ist“, so Werling. Es sei ja wenig sinnvoll, in das Baufenster für den Fußballplatz Gehölze zu pflanzen. „Wir wollen die freibleibenden Flächen artenschutzrechtlich aufwerten und Feuchtgebiete für Amphibien anlegen“, erklärt der Geologe. Auch soll ein Stück Steilufer für die brütende Uferschwalbe bestehen bleiben. Also eher Artenschutz statt Landschaftsästhetik. Leider gebe es örtliche Naturschützer, die das anders sähen. Tatsächlich liege derzeit der Widerspruch eines Naturschutzvertreters (Nabu) gegen die Änderung beim Ministerium vor, bestätigt Tanja Henkel Pressesprecherin beim Kreis Mettmann. Solange ruhe das Änderungsverfahren.

Fusion der drei örtlichen Tennisclubs liegt ebenfalls auf Eis

Derzeit „auf Eis“ liegen auch die Pläne für eine Fusion der drei örtlichen Tennisclubs auf dem – dann erweiterten – Gelände des TC Rot-Gelb am Kielsgraben. Der Baumberger Tennisclub, der als einziger Verein auf eigenem Grundstück an der Sandstraße residiert, würde seine Flächen an die Stadt abgeben. „Man könnte dort Gewerbe ansiedeln“, erklärt der zweite Vorsitzende Jürgen Eschen. Auf der Gemeinschaftsanlage seien ursprünglich 14 Plätze geplant, zehn bis zwölf würden aber reichen, so Eschen. Wünschenswert wäre, wenn auf einem Teil der Flächen auch andere Sportarten wie Paddle-Tennis oder Boule betrieben werden könnten. Der TC Rot-Gelb stand vor zwei Jahren schon mal kurz vor der Auflösung und sollte im BTC aufgehen, weil sich niemand für die Vorstandsarbeit fand. Da fassten sich Volker Görgens und Fritz Rauert ein Herz und übernahmen gleich mehrere Vorstandsposten. Der Verein sei aber ansonsten gesund, das Gelände sei von der Stadt gepachtet, so Görgens. Eine Fusion hält er nach wie vor für sinnvoll und würde der Mitgliederversammlung im März Konkretes präsentieren.

Auch der TC Blau-Weiß ist nur Pächter des Erbpachtgrundstücks an der Marderstraße. „Beim Thema Fusion sind wir noch nicht viel weiter“, sagt Dieter Dehnke vom Vorstand. Er schätzt, dass sich die Vereine noch sieben bis acht Jahre auf den eigenen Anlagen tummeln müssen, deshalb saniere man jetzt das Dach des Clubhauses. Bürgermeister Daniel Zimmermann schiebt das Thema von sich. „Vielleicht sind in vier Jahren ganz andere Vorstände am Ball“, sagt er.