Kommunalwahl 2025 Monheims Opposition tritt mit gemeinsamer Kandidatin an

Monheim/Langenfeld · Die vier Monheimer Oppositionsparteien werden zur Kommunalwahl 2025 eine gemeinsame Kandidatin aufstellen: die parteiunabhängige Verwaltungsfrau Sonja Wienecke. Damit bekäme Daniel Zimmermann (Peto), wenn er erneut antritt, starken Gegenwind.

Sonja Wienecke wird bei der Kommunalwahl 2025 gegen Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann antreten.

Sonja Wienecke wird bei der Kommunalwahl 2025 gegen Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann antreten.

Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Die aktuelle Fachbereichlsleiterin für Jugend, Schule und Sport der Stadt Langenfeld, Sonja Weinecke, wird bei den Kommunalwahlen 2025 als Gegenkandidatin von Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) antreten. Die vier Monheimer Oppositionsparteien CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP haben sich schon jetzt auf eine gemeinsame Kandidatin verständigt und sie an diesem Samstagnachmittag im Bürgerhaus Baumberg vorgestellt.

Rings um das Podium im Bürgerhaus sind die Aufsteller der Parteien platziert: Rot für die SPD, Grün für die Grünen, Gelb für die Liberalen und Blau für die CDU. Der Monitor an der Wand zeigt den Schriftzug: „Sonja Wienecke. Weil Wienecke weiterdenkt“. Der Wahlkampfmodus ist eingeläutet.

Markus Gronauer, Chef der Monheimer CDU, hatte beim Neujahrsempfang der Senioren Union die Initiative ergriffen und eine Gegenkandidatur zum amtierenden Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) angekündigt. Bis zum Winter 2024/2025 sollte jemand gefunden sein. Dass es nun so schnell gegangen ist, liegt wohl an der Entscheidung für Sonja Wienecke, die nicht als zögerlich gilt. Sie hatte nach der Veröffentlichung eines Artikels über den Jahresempfang zum Telefonhörer gegriffen und ihren Hut in den Ring geworfen. „Ich habe eine hohe Motivation.“

Die gebürtige Monheimerin kennt die Stadt am Rhein, hat die Kita an der Lichtenberger Straße besucht, anschließend die Kniprode-Schule in Baumberg. Das Abi hat sie am Otto-Hahn-Gymnasium gemacht und war Messdienerin in St. Dionysius. Die diplomierte Verwlatungwirtin hat Betriebswirtschaft und Public Adminsitration draufgesattelt und bringt reichlich Erfahrung aus der Verwaltungsarbeit mit – zwölf Jahre in der Solinger Stadtverwaltung und seit zwei Jahren als Fachbereichsleiterin in der Langenfelder Verwaltung. Sie ist parteiunabhängig, was es den vier Oppostionsparteien einfacher gemacht hat, einer gemeinsamen Kandidatin für das Bürgermeisteramt zuzustimmen. „Wir wollten gern eine Frau“, sagt Manfred Poell (Die Grünen). Für Eduard Mayer (FDP) erfüllt sie genau das Anforderungsprofil und Christian Steinacker (SPD) geht mit dieser Entscheidung optimistisch in den Kommunalwahlkampf.

Wienecke, die wenig dem Zufall überlässt, hat im Vorfeld ihre Chancen ausgelotet. „Die stehen gut.“ Dass sie mit vier Parteien – je nach Wahlausgang auch mit fünf – um Kompromisse ringen muss, schreckt sie nicht. „Das soll unsere Stärke sein“, sagt sie in die Runde im Bürgerhaus und bekommt dafür von den etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Applaus. „Ich will den Diskurs und den Austausch“, – etwas dass sie in Langenfeld aufgrund der Mehrheitsverhältnisse bereits eingeübt hat. Mit ihr gebe es keine Bürgermeisterentscheidungen, „sondern Bürgerbeteiligung, die nicht nur auf dem Papier stehen“, kündigt sie an.

Teams aus allen vier Parteien
als Hilfe und Unterstützung

„Große Projekte sind da“, blickt sie auf die Stadtentwicklung in Monheim. „Wir wollen sie zurückfahren, mit den Finanzen sensibel umgehen und das was da ist, pflegen“, holt sie ihre Zuhörer im Bürgerhaus ab. Sie wolle kieine Konfrontation mit den Bürgern suchen, wie die Opposition es Peto-Bürgermeister Daniel Zimmermann oft vorwirft, sondern auf Konsens setzen. „Gemeinsam statt einsam“ ist ihr Credo und das richte sich an Jung und Alt. „Monheim bleibt eine Stadt für alle“, so Wienecke, die damit zugleich klar macht: „Ich kann Wahlkampf und ich will gegwinnen.“

Helfen werden dabei Teams aus allen vier Partien. Sie fährt nicht auf dem Ticket nur einer Partei, „sondern auf vier“, wie sie sagt. Die Oppositionsparteien werden weiterhin ihren eigenen Wahlkampf führen, mit Wienecke als Bürgermeisterkandidatin, die dabei eine moderierende Rolle einnehmen wird. Markus Gronauer begrüßt das. „Moderation ist wichtig.“

Ob es am Ende reicht, wird sich zeigen. Noch hat Bürgermeister Daniel Zimmermann sich nicht dazu geäußert, ob er auch für eine vierte Wahlperiode zur Verfügung stehen wird. „Die Stimmung in der Bevölkerung hat sich verändert“, sagen Markus Gronauer und Manfred Poell (Grüner). Davon könnte Wienecke profitieren.

Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) hat Wienecke bereits informiert. „Ich brauche Zeit für den Wahlkampf, sagt sie. Und der geht meist ein Jahr vor der Wahl in die heiße Phase.

(og)