Monheim knallt durch

Nach dem Rathaussturm geht es für Möhnen und Prinzenpaar an die Doll Eck.

Monheim. Da konnte Zwergen-Bürgermeister Daniel Zimmermann nur hilflos von oben hinabschauen, als die Monheimer Garden, allen voran die Prinzengarde, am Altweiber-Donnerstag vor den Rathauseingang zogen.

An einer kurzen Angel hält er den Schlüssel für das Rathaus aus dem Fenster, doch mit einem geschulterten Funkemariechen ist auch der schnell erreicht und die Jecken stürmen die heiligen Hallen. „Es nutzt ja eh nichts“, gibt sich Zimmermann geschlagen, übergibt den Rathausschlüssel dem großen Prinzenpaar und eine kleinere Version dem kleinen Prinzenpaar. „Aber ihr wart bisher so toll, da gebe ich den Schlüssel mit gutem Gewissen aus der Hand.“

Der Ratssaal ist rappelvoll mit gut gelaunten Narren. „Passt auf in diesem kommunalen Märchenwald“, begrüßt Zimmermann. „Hier läuft alles durchgeknallt.“ Gleich zweimal tanzen die Märchenwaldbewohner aus Rat und Verwaltung ihren Märchentanz, bevor endlich die Karnevalisten das Zepter in die Hand nehmen.

Um 11.11 Uhr geht es an der Doll Eck weiter. Zahlreiche Möhnen und auch einige Herren warten bei schönstem Wetter auf ihre Tollitäten, die traditionell von den starken Gardisten in blau-weiß auf die Bühne getragen werden. Auch die Marienburg Garde, die Altstadtfunken, die Garde Kin Wiever und die Mona Liesen ziehen vom Rathaus in die Menge.

„Es sieht so toll aus von hier oben“, sagt Martina Pophal-Albig, die auf der Bühne steht und moderiert. Musikalisch begleitet wird das Ganze von den Panikern, die ihren Stammplatz an der Bühne eingenommen haben. „Die Waschmaschine ruht heute, keine von uns wird etwas tun“, ruft Prinzessin Andrea ihrem weiblichen Narrenvolk zu.

Zu Helene Fischers „Atemlos“ beweist sie, dass sie eine echte Powerfrau ist, und schwingt tanzend ihre grüne Bratpfanne. Und auch beim Tanz mit der Prinzengarde macht sie wieder eine hervorragende Figur. Nur kurz überlässt sie ihrem Prinzen Rolf das Wort ehe sie ins Mikro ruft: „Viel Spaß beim Feiern, wir sehen uns bestimmt irgendwo.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung