Monheim: Käufer für den Rheinanleger

Laut Bürgermeister gibt die Firma ANH den Uferstreifen wieder ab. Die Rheinland Projektentwicklung soll nun doch noch Gastronomie und Büros verwirklichen.

Monheim. Schwebend über dem großen Fluss sein Essen genießen - das klingt gut. Die Rede ist einmal mehr vom Rheinanleger. Von der einst großen Vision ist seit Jahren nur noch das zerfledderte Schild geblieben. Doch nun kommt tatsächlich Bewegung in die Sache. "Die Rückabwicklung läuft auf Hochtouren. Wir haben einen Projektentwickler, der das stemmen wird", sagt Bürgermeister Thomas Dünchheim auf WZ-Anfrage.

Die plötzliche Bewegung ist freilich auch der Tatsache zu verdanken, dass die Arnsberger Firma ANH, noch Besitzer des Geländes gegenüber dem Rheinpark, in Zugzwang ist. Denn als die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) den etwa 120 Meter langen Uferstreifen vor acht Jahren an ANH verkaufte, da wurde in den Vertrag eine Klausel eingefügt.

Die besagt, dass bis August 2009 Baubeginn sein muss. Geschehen ist nichts. Jetzt greift die juristische Absicherung. Die LEG ist Besitzerin, weil der Rheinanleger als alte Anlegestelle für Schiffe zur Shell-Raffinerie gehörte. Nach deren Schließung hat die Landesentwicklungsgesellschaft das Gelände übernommen.

Laut Dünchheim hat nicht irgendwer Interesse an dem Projekt. Es ist die Firma Rheinland Projektentwicklung aus Düsseldorf. Und deren Geschäftsführer Rainer Kohl ist Monheim bereits bestens bekannt. Die Luxuswohnungen in und um Schloss Laach tragen seine Handschrift. "Rheinland ist genau der richtige Partner. Die haben ein gutes Konzept und auch das nötige Wissen rund um Finanzierung und Vermarktung", sagt der Bürgermeister.

Neu ist das Konzept freilich nicht. Im Gegenteil: nun ist wieder die Rede von Büros und Gastronomie. Die Idee vom Hotel ist wieder vom Tisch. Doch laut Bürgermeister sehen die neuen Pläne eine durchlässigere Architektur vor. Das wird vor allem die SPD freuen. Die ist nämlich ein Gegner der bisherigen Pläne, weil damit ein Riegel zum Rhein hin entstehe.

Tatsächlich besteht Baurecht auf 110 Metern Länge und etwa 14 Metern Höhe. Die alten Pläne haben bereits eine Art Stelzenbau vorgesehen, um von unten noch einen Blick auf den Rhein zu haben. Außerdem waren viele Glaselemente vorgesehen. "Das wird noch transparenter", verspricht Dünchheim.

Mehr will er derzeit noch nicht sagen. Denn die neuen Pläne sollen erst einmal der Politik vorgestellt werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass über den Bebauungsplan grundsätzlich noch einmal diskutiert wird. "Der steht", so der Bürgermeister.

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