Monheim investiert in Nahverkehr

Die Stadt Monheim will den ÖPNV ausbauen und mehr Busse an die S-Bahn anbinden. Das bedeutet Kosten von 2,1 Millionen Euro.

Monheim. Die Stadt will, dass mehr Leute Bus und Bahn fahren. Wie erreicht man das? Indem man das Angebot verbessert. Ein Beratungsbüro aus Düsseldorf hat deshalb Monheims Busfahrpläne analysiert. „Wir haben uns insbesondere angeguckt, wie die S-Bahnhöfe und Busbahnhöfe angebunden sind“, sagt Gutachter Wolfgang Sievers vom Beratungsbüro Blic. Jetzt gibt es eine Menge Verbesserungsvorschläge, die Pendler freuen dürften.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Vorlage am 6. Dezember schon einstimmig verabschiedet. Morgen soll jetzt der Rat zustimmen. Im Wesentlichen gehe es darum, Monheim und Baumberg besser mit den S-Bahnhöfen zu verbinden — aber auch darüber hinaus gibt es Verbesserungen im Nahverkehr. Die Kosten, heißt es in der Verwaltungsvorlage, belaufen sich zunächst auf 2,1 Millionen Euro pro Jahr. Die Details:

Das ÖPNV-Netz in Monheim sei bisher hauptsächlich auf den S-Bahnanschluss der Linie S6 abgestimmt, so der Gutachter. Die S 6 fährt an Werktagen im 20 Minuten-Takt nach Düsseldorf und Köln. Die S 68 verstärkt ebenfalls im 20-Minuten-Takt morgens und abends die S 6. An den Bahnhöfen Hellerhof, Berghausen und Langenfeld hält somit alle zehn Minuten eine S-Bahn. Um Pendlern Wartezeiten zu ersparen, soll es ab Dezember 2018 mehr Busverbindungen geben. Am S-Bahnhof Hellerhof soll der Zehn-Minutentakt der Buslinie 789 in der Hauptverkehrszeit auch für die Rückrichtung von der Haltestelle „Hellerhof“ bis „Hochschule/Rheinpark“ kommen. Damit sei dann die Anbindung der S68 an den Rheinpark gewährleistet.

Am S-Bahnhof Berghausen soll der Schnellbus SB 78 in der Hauptverkehrszeit (von 6 bis 8.30 Uhr und 15.30 bis 19 Uhr) im Zehn-Minuten-Takt fahren. Am S-Bahnhof Langenfeld sollen der 790er und der 791er in der Hauptverkehrszeit jeweils im Zehn-Minuten-Takt fahren. Das soll am Kulturzentrum und am Busbahnhof auch den Anschluss zum 788er und 789er verbessern.

Der Schnellbus SB 79 (fährt von Langenfeld S-Bahnhof zum Bayer-Landwirtschaftszentrum/ Creative Campus) soll in der Hauptverkehrszeit alle zehn Minuten zum Langenfelder S-Bahnhof fahren, so dass die S 68 immer erreicht werden könne.

Die Verkehrsverbünde Rhein-Ruhr (VRR) und Rhein-Sieg (VRS) lassen die S6 seit Dezember samstags alle 20 statt alle 30 Minuten fahren. Damit das auch eine Verbesserung für Monheimer ist, sollen dann auch die Busse öfter fahren — das betrifft die Fahrpläne der Buslinien 777, 789, 791.

Um das Mona Mare und auch die Altstadt und den Rhein besser anzubinden, soll es an Samstagen und Sonntagen eine neue Ringverbindung mit der Linie NE 12 geben. Diese soll zwischen 9 Uhr und 18 Uhr kommen und auf die aus Richtung Düsseldorf kommenden beziehungsweise dorthin fahrenden Linien abgestimmt sein.

Der 788 soll sonntags schon ab 9 Uhr fahren — damit will man insbesondere Kirchgängern und Besuchern des Benrather Krankenhauses entgegenkommen. Der 777er soll sonntags ganztägig alle 30 Minuten statt alle 60 Minuten fahren (wie die S 6); Betriebsschluss der Linie ist dann 24 Uhr.

Es dauert noch Jahre, bis der Rhein-Ruhr-Express (RRX) im Vollbetrieb kommt (geplant ist derzeit das Jahr 2030). Im Jahr 2019 soll sein Vorläufer in Benrath und dann auch in Leverkusen Mitte halten. Beide Bahnhöfe sollen dann auch direkt und im 30-Minuten-Takt mit dem Creative Campus verbunden werden. Die Maßnahme werde sukzessive umgesetzt, heißt es in dem vorgestellten Gutachten.

Die Busse der Linie 777 sollen bis 24 Uhr fahren, die der Linien 789 und 791 bis 2 Uhr in der Frühe.

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