Monheim: IMR - 3,4 Millionen Euro „Schmerzensgeld“

Monheim: IMR - 3,4 Millionen Euro „Schmerzensgeld“

Der Rat hat mit 27:9 Stimmen grünes Licht gegeben, dass das Gelände im Rheinpark zurückgekauft wird. Damit ist ein kurioses Kapitel „Gewerbestandort Monheim“ beendet.

Monheim. Das war es dann: Innovative Metal Recycling - kurz IMR - ist in Monheim Geschichte. Der Stadtrat hat sich am Mittwochabend in nicht-öffentlicher Sitzung mehrheitlich darauf geeinigt, einem Vergleich zuzustimmen. Denn das Unternehmen ist zwar im Rheinpark nicht mehr gewollt, besitzt dort aber immer noch ein 40 000 Quadratmeter großes Grundstück. Nun wird der Verkauf "rückabgewickelt" - wie es Juristen ausdrücken.

Damit geht ein kurioses Kapitel "Gewerbestandort Monheim" zu Ende. Denn ursprünglich war die Ansiedlung des Recyclers von der städtischen Wirtschaftsförderung mit Ex-Bürgermeister Thomas Dünchheim an der Spitze gefeiert worden.

Auch im Stadtrat gab es volle Rückendeckung. Rund 100 Arbeitsplätze, hohe Tonnage für die Bahnen und eine siebenstellige Gewerbesteuer waren greifbar nahe. Dann regte sich Widerstand von einigen benachbarten Unternehmen und Anwohnern.

Staub- und Lärmbelastung wurden befürchtet. Schließlich kippte die Politik mehrheitlich. Mit einer so genannten Veränderungssperre wurde die Ansiedlung erst einmal verhindert. Alles sah nach einer langen juristischen Schlacht aus.

Damit ist nun offensichtlich Schluss. Also kann das Gelände auch - so es Interessenten gibt - schnell wieder vermarktet werden. Der Grundstückswert liegt bei etwa 1,5 Millionen Euro.

Weitere 800 000 Euro setzen sich laut einer neuen Präsentation im Rat aus so genannten bodenwerterhöhenden Arbeiten von IMR zusammen. Schließlich sind auch noch Notarkosten und Produktionsausfälle zu bezahlen. Denn ursprünglich wollte das Unternehmen schon Mitte 2009 den Betrieb aufnehmen.

Der Stadtrat beschloss den Vergleich allerdings nicht in Harmonie. Auf Antrag von Benjamin Kenzler (Linke) gab es eine geheime Abstimmung. Mit 27:9 Stimmen wurde schließlich grünes Licht für den Rückkauf gegeben. Letztlich wird damit ein jahrelanger Rechtsstreit vermieden.

Unter dem Strich sind von den 3,4 Millionen Euro eine Million für IMR, um die Produktionsausfälle auszugleichen. Das Geld wird die Stadt überweisen. Es wird rückwirkend in den Haushalt 2009 eingestellt.

Glück im Unglück: Der Haushalt des vergangenen Jahres fällt nach endgültigem Abschluss zwei Millionen Euro besser aus als ursprünglich angenommen. Das restliche Geld muss die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) an IMR überweisen. Im Gegenzug hat sie dann auf der Haben-Seite auch das aufgewertete Grundstück und kann es wieder vermarkten.