Monheim: Gewerbeflächen Monheim-Süd in der Kritik

Monheim : Städte kritisieren Monheims Gewerbepläne

Wegen Monheims Ansiedlungspolitik fürchtet Leverkusen um seine Grünflächen.

Seit Monheim seine Gewerbesteuerhebesätze auf inzwischen 250 Punkte gesenkt hat, steht die Stadt in der Dauerkritik. Steuerdumping hieß es zuletzt aus Dormagen, wo der Bürgermeister eilends eine Konferenz mit seinen Kollegen aus der Region einberufen hat, um dieser Steuerpolitik Einhalt zu gebeiten. Denn auch Leverkusen will seine Hebesätze um fast die Hälfte senken – ebenfalls auf 250 Punkte. Die drei Städte vereint eines: Sie alle haben einen Bayer-Standort.

Die Stadt Leverkusen legte jüngst noch einmal nach. Sie sieht in Monheims Ansiedlungspolitik am Rand zu Leverkusen eine Gefahr „für den regionalen Grünzug“, wodurch sich die „Freiraumsituation deutlich verschlechtern“ könne. Vor allem Hitdorf mit seiner ländlichen Struktur müsste potenziell mehr Verkehr befürchten. In den Beteiligungsverfahren zur Genehmigung des Regionalplans hat Leverkusen sich daher negativ geäußert.

Leverkusen fürchtet mehr
Verkehr für ländlichen Gebiete

Die Projekte im einzelnen: Der in der Grafik gelb hinterlegte Streifen (26 bis 27 Hektar) direkt an der Grenze zu Hitdorf ist bereits als Gewerbe-/ Industriegebiet ausgewiesen. „Die Fläche ist in privater Hand. Wenn der Eigentümer mit Bauplänen auf die Stadt zukommt, kann per Ratsbeschluss entsprechendes Baurecht geschaffen werden“, sagt Kerstin Frey von der Stadtplanung.

Die blaue Fläche (etwa 18 Hektar) ist im Regionalplan noch als Grünzug/ landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Dort soll über eine Änderung im Regionalplan Raum für Gewerbeansiedlung geschaffen werden. Die Stadt Monheim will ihr Umspannwerk dorthin verlegen, um zum einen an anderer Stelle Raum für Entwicklung zu schaffen und auch die dortigen Firmen (Bayer, Creative Campus) mit Strom zu versorgen. Daneben bleibt Platz zur Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe plus zur Erweiterung von Bayer. Die vorhandenen Gleise der stillgelegten Bahnstrecke sind derzeit im Entwidmungsverfahren. Dort soll ein Radweg entstehen, der von der Opladener Straße bis an die Grenze des Gewerbegebiets heranführt. Ein Grünstreifen soll jedoch, so Frey, erhalten bleiben.

Die dunkel-orangefarbene Fläche (elf Hektar)ist als Gewerbegebiet ausgewiesen. Dort könnte Bayer erweitern. Darüber hinaus ist im städtebaulichen Vertrag hinterlegt, dass die geplante Nord-Süd-Spange, die das Berliner Viertel besser an die Gewerbegebieten anbinden soll, auf einem Teil der Fläche gebaut werden kann. Diese Straße soll die innerstädtische Opladener Straße entlasten.

Der Creative Campus (hell-orange) ist als Gewerbe ausgewiesen (17,4 Hektar). Dort entwickelt die Stadtentwicklungsgellschaft die Ansiedlung von Gewerbe weiter mit den Schwerpunkten Büronutzung, Verwaltung und Forschung im Bereich der Gesundheitswirtschaft/ Lifesciences.

Bei der Opposition in Monheim komen nicht alle Pläne gut an. Denoch stimmten sowohl Grüne als auch CDU-Politiker der Verlegung des Umspannwerks (blaue Fläche) zu, allerdings nicht ohne die Einschränkung, an dieser Stelle auf weitere Gewerbeansiedlungen zu verzichten. Ziel der Stadt ist es hingegen, der Firma Bayer, die den Hauptsitz ihrer Agrarsparte in Moheim hat und wachsen will, bei diesen Bestrebungen zu unterstützen.

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