Monheim: Ein Haus mit Chancen und kurzen Wegen

Monheim: Ein Haus mit Chancen und kurzen Wegen

Mehrere Einrichtungen beziehen die gemeinsamen Räume im Berliner Viertel.

Monheim. Die Umzugskartons scheinen fast alle ausgeräumt. Jedenfalls stapeln sich die Tragehelfer aus Papier haufenweise im ganzen Haus. Container, randvoll mit Akten, werden durch die Flure geschoben. Kurzum: Der Einzug in das so genannte Haus der Chancen an der Friedenauer Straße 17a ist in vollem Gange.

Die Erziehungsberatungsstelle, die Familienhilfe und das Beratungszentrum sind schon da, in der kommenden Woche kommen die Awo-Suchtberatung und die heilpädagogische Tagesgruppe nach. Seit Montag zieht das Jugendamt ein. Die ganze erste Etage gehört dann Annette Berg, Bereichsleiterin für Kinder, Jugend, Familie, und ihrem Team, das zurzeit hektisch über die Flure wuselt. "Es ist eine tolle Sache für Monheim, dass es mit dem Haus der Chancen ein Zentrum für viele Anliegen gibt", sagt Annette Berg in einer Einräumpause.

Tatsächlich ist das Haus der Chancen ein zentral gelegen: inmitten des Berliner Viertels. Näher an ihrer Klientel können die sozialen Einrichtungen kaum sein. 60 Prozent der Menschen im Berliner Viertel empfangen Sozialhilfe. Und Annette Berg blickt aus ihrem Büro passenderweise auf eine der drei umliegenden Kindertagesstätten. "Hier gibt es keine langen Wege, weder für die Arbeitskräfte, noch für unsere Besucher", sagt Alexandra Voos von der Jugendhilfeplanung.

Um diesen Vorteil demnächst richtig nutzen zu können, wollen sich alle Einrichtungen regelmäßig zusammensetzen, um ein gemeinsames Konzept zu entwickeln. Es gab bereits erste Trägerkonferenzen, um Schnittstellen und Unterschiede zu erarbeiten. Zu den Gemeinsamkeiten gehören der gesetzliche Auftrag, die Themen Integration und Migration, die Kostenfreiheit für Klienten und die Schweigepflicht. Der Fokus liegt auf der Familie.

Im Haus der Chancen teilt man sich darüber hinaus auch manchen Arbeitsraum sowie das Café im Erdgeschoss. "Es ist schon gut, demnächst mehr Kontakt zu den Kollegen zu haben", sagt Alexandra Voos. Sie hatte vorher ein kleineres Büro, an ihrem neuen Platz fehlen nur noch genügend Aktenschränke. Bis Montag wird das wohl erledigt sein, denn dann hat das "neue" Jugendamt auch für den Publikumsverkehr geöffnet. Ein virtueller Rundgang im Internet soll zur Orientierung eingerichtet werden.

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