Monheim/E-Dart: Zielsicher in die Bundesliga

Monheim/E-Dart: Zielsicher in die Bundesliga

Die „Magic Arrows Moby Dick“ spielen in ihrer Freizeit E-Dart und behaupten sich nun gegen die Profispieler.

Monheim. Konzentriert hebt Wolfgang Meyer den rechten Arm, stellt sich in Position. Das rechte Bein auf der Linie, das linke locker nach hinten. Eine steile Falte erscheint auf seiner Stirn, er holt Schwung - und trifft mit seinem Dartpfeil punktgenau. Meyer ist einer der neun Dartspieler der Truppe "Magic Arrows Moby Dick". Und die Hobbymannschaft hat etwas erreicht, was sie selbst manchmal kaum glauben kann. "2007 haben wir es das erste Mal geschafft, in die Bundesliga aufzusteigen", erinnert sich Hans-Joachim Moog, Kapitän der Mannschaft. Und eigentlich spielen dort nur echte Profis.

"Viele trainieren sieben Stunden am Tag, wir nur etwa zwei und haben nebenbei noch Familie und Beruf", sagt Moog. Doch nach einer Spielzeit war die Hobby-E-Mannschaft auch schon wieder abgestiegen. "Aber dieses Jahr sind wir wieder dabei", berichtet der Kapitän stolz. Viele Relegationsspiele hat die Truppe hinter sich und nun die Qualifikation in der Tasche.

Am 7. Februar wurde der Traum von einem erneuten Aufstieg in die Bundesliga wahr. "Ich glaube, unser Erfolg liegt darin, dass wir so eine homogene Gruppe sind, in der sich alle respektieren", meint Moog. Das wichtigste am Dartspielen ist die Konzentration. Der Darter hat eine feste Position, Armhaltung und Stand werden so lange korrigiert, bis immer die gleiche Haltung eingenommen wird.

"Jeder Millimeter verändert die Flugbahn, man muss sehr präzise arbeiten", erläutert der 52-Jährige die Technik. Dabei wird E-Dart gespielt, also auf einen Automaten, der die Punkte zählt. "501 double out" nennt sich die Spielart. Das bedeutet, dass die Gegner versuchen müssen, von 501 Punkten an abwärts zu spielen und die Null punktgenau zu erreichen.

Für Moog ist das Dartspielen eine "Konzentrations- und Willenssache", denn er ist überzeugt: "Eigentlich habe ich kein Talent." Bei ihm sei der Sport eine reine Übungssache. "90 Prozent des Spiels finden im Kopf statt", erklärt Hans-Joachim Moog. Deshalb findet er es auch wichtig, dass Dartspielen nicht als Kneipensport abgestempelt wird. "Wenn ich vorher trinke, treffe ich überhaupt nichts", lacht sein Teamkollege Wolfgang Meyer.

Und ein Spiel kostet viel Kraft. "An einem Tag hat man drei Spiele, das kann dann schon zehn Stunden dauern", erläutert Moog. Zwischendurch ist jedoch Gemütlichkeit angesagt. "Wir haben viele gute Köche im Team", grinst Moog und klopft sich auf den Bauch. Denn das ist ihm mit das Wichtigste an seinem Sport.

"Es ist ein sportlich-verbissener und trotzdem lockerer Wettkampf, der sehr fair ist", resümiert er und schnappt sich seine Pfeile. Die "Magic Arrows Moby Dick" sind zu Recht stolz auf ihren Erfolg. "Es ist schon erstaunlich, dass eine Mannschaft aus so einem kleinen Ort in der Bundesliga spielt. Aus Bonn und Düsseldorf gibt es keine", wundert sich Meyer.

Doch den Hobbyspielern ist auch klar, dass sie gegen die Profis nicht allzu viel ausrichten können. "Irgendwann scheitert man, aber das können wir einschätzen und absolut akzeptieren", erklärt der Kapitän der Mannschaft überzeugt.

Am vergangenen Wochenende verlor die Truppe in Köln zwei Spiele, an der Zuversicht für die nächsten Spiele kann das aber nichts ändern. "Die Niederlagen waren abzusehen, wir konzentrieren uns nun auf die Spiele am 18. April in Köln. Da rechnen wir uns große Chancen aus", sagt Moog.

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