Monheim: Die zweite Lebenshälfte gehört ganz der Kunst

Monheim: Die zweite Lebenshälfte gehört ganz der Kunst

Luda Liebe hat den Schritt aus dem Management hin zur eigenen Galerie und den eigenen Werken nicht bereut. Und das soll auch noch lange so bleiben.

Monheim. In Luda Liebes Haus darf man umräumen. Möbel dürfen umarrangiert werden, Bilder bekommen neue Plätze nach Bedarf. Alles ist ständig in Bewegung. Im Parterre ist das bedingt durch die Galerie-Nutzung. Für wechselnde Ausstellungen streicht die Hausherrin die Wände, schafft Raum, arrangiert neue Gemälde.

Im Obergeschoss des Hauses an der Frohnstraße ist ein behagliches Büro das Wohnzimmer der Künstlerin. Und auch hier darf eingegriffen werden. Wer ein Training bei Liebe bucht, sich als Manager aus dem Burn-Out-Syndrom heraus führen lassen möchte, gestaltet ihre Räume nach seinen Bedürfnissen.

Schon in ihrem Management-Job waren Liebes Räume besonders: überall Kunst. "Ich mochte die Besprechungszimmer, diese Hühnerställe, nie", erinnert sich Liebe. Vor zwölf Jahren wechselte die damals 48-Jährige aus der Industrie in ihr neues Feld, eine Mischung aus Kunst, asiatischer Heilkunde und Galeristentätigkeit: "Bis 50 wollte ich in der Industrie arbeiten, bis 100 will ich Kunst machen."

Die Frau mit den in zehn leuchtenden Farben lackierten Fingernägeln heißt wirklich so: Luda Adele Liebe. Dass ihr Name ein Handicap sein kann, wenn sie Managern und Firmen ihre Trainingsprogramme anbietet, musste sie schmerzlich feststellen. "So was wollen wir nicht", hörte sie einige Male - noch bevor sie dargestellt hatte, was ihre Methode bietet. Seit dem firmiert sie unter der Marke per opti. "Das steht für permanentes Optimieren", erklärt Liebe. Ein Anklang an Optik ist erwünscht.

In Liebes Firmensitz "kunsthaus1" hängen klassische japanische Tuschezeichnungen neben moderner Malerei, Liebes Fotocollagen sind ebenfalls zu sehen. Aus Fototeilen klebt sie neue Tafeln zusammen, bearbeitet sie dann mit Farben und Feuer: "Ich will vergessene Dinge sichtbar machen, oder mehrere Parallelwelten. Zum Beispiel ein Steinfeld, das so nicht existiert", erklärt Liebe.

Hintergrund für Liebes Arbeiten in allen Bereichen sind ihre Jahre im Top-Management. Gestressten Klienten kann sie anhand ihrer Erfahrungen ohne Umwege begegnen: "Ich bringe die Leute dazu, Dinge sehr schnell zu ändern. Und zwar nachhaltig", merkt die Trainerin an.

Das Umräumen im Leben hat für Luda Liebe funktioniert. Mit ihrem Mann, Ingenieur Roland J. Liebe, bietet die Künstlerin Seminare unter der Überschrift "Lernen von der Natur" an. Limbionik nennt sie ihre selbst entwickelte Technik, mit der sie Manager trainiert - in Gruppenseminaren und Einzeltrainings.

Liebes Galerie zeigt jährlich vier Ausstellungen, mal von einzelnen Künstlern, mal von Gruppen. Ihre bearbeiteten Fotocollagen präsentiert Luda Liebe das nächste Mal im Oktober in einer internationalen Kunst-Schau in der Urania Berlin.

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