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Monheim: Die neue Feuerwache ist gut durchdacht

Monheim : Feuerwehr bezieht Teil der Wache

Technik, Training und viel Teamgeist: Der 22 Millionen Euro teure Bau für Monheims Feuerwehr soll in einem Jahr komplett fertiggestellt sein.

40 Jahre ist es her, da ist die Feuerwehr in das Gebäude an der Paul-Lincke-Straße eingezogen. Hartmut Baur, heute stellvertretender Wachleiter, erinnert sich noch gut, vor allem an die Grundsteinrolle, die im alten Gebäude eingemauert worden ist. „Ich hatte ein ungefähre Vorstellung davon, wo sie sein könnte“, sagt Baur. Gespräche und alte Fotos haben Recherchehilfe geleistet und der Bauleiter hat die Rolle beim Abriss des alten Gebäudes gefunden und überreicht. Die soll nun ebenfalls sichtbar ins Mauerwerk des zweiten Gebäudes eingelegt werden, vielleicht unter Glas, mit den Münzen aus D-Markzeiten, Zeitungsberichten und Urkunde, am 18. August 1980 unterschrieben von Ingeborg Friebe (Bürgermeisterin) und Ludwig Mertens (­Wehrleiter).

Jetzt ist die alte Wache Geschichte. Der hohe Schlauchturm ist gefallen. Nur die restlichen Abrissarbeiten wirbeln noch Staub auf. Der erste Teil der neue Wache ist bezogen. Was noch fehlt ist das Gebäude für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute sowie für die Kinder- und Jugendfeuerwehr. Es soll in etwa einem Jahr fertig sein.

Hartmut Baur (stellvertretender Wachleiter) zeigt die Grundsteinrolle von 1980. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Der Neubau ist modern
und gut ausgestattet

Schon im April ist die Feuerwehr in ihren Neubau gezogen, dessen Hauptgebäude sich in den Bogen der Paul-Lincke-Straße schmiegt. Schneller als geplant, corona-bedingt. Modern ist der Neubau. Anthrazitfarbene Klinker, ein weißer Rand, abgerundet zur Kurve hin. Die Wache bietet aktuell Platz für 69 hauptamtliche Feuerwehrleute, die jetzt nicht nur hochmoderne Funktionsräume haben, sondern auch gut ausgestattete Sozialräume.

„Verschiedene Arbeitsgruppen haben das Raumprogramm entworfen“, berichtet Baur, der den Bau der Wache federführend begleitet hat. „Das war ein monatelanger Prozess, der immer wieder mit den Architekten abgestimmt worden ist.“ Doch die Arbeit habe sich gelohnt. Die neue Wache ist mit etwa 200 Räumen etwa dreieinhalbmal so groß wie die alte. Und sie hat Platz für gut dreimal mehr Personal. „1980 sind wir mit 20 hauptamtlichen Kräften hier eingezogen. Heute sind es 69.“

Und der Bedarf auch an ehrenamtlichen Mitarbeitern wächst. Deshalb ist die Wache nicht nur technisch gut ausgestattet, sondern bietet einige „Extras“, die als Motivation für die vorhandenen, aber auch künftiger Kräfte dienen sollen.

Die Fahrzeughalle ist sechs Meter hoch. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Zur technischen Ausstattung gehört die Einsatzzentrale, das Herz der Wache. Sie ist in der ersten Etage des Neubaus Drei Arbeitsplätze gibt es im „Hauptraum“, zwei in einem weiteren, getrennt von einer flexiblen Wand. Bei Bedarf kann ein großer Raum entstehen, wo bei einer Großlage fünf Mitarbeiter die Einsätze steuern können. Drei Bildschirme pro Arbeitsplatz und Medienwände helfen, die Lage permannent zu visualisieren – mit Karten und Plänen.

Waschmaschinen und Trockner sorgen für saubere Einsatzkleidung. Foto: RP/Heike Schoog

Besonders stolz ist Baur auf die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung. Die wird in vielen Bereichen angewandt. Zunächst bei der Kleidung der Feuerwehrleute, die in zivil (weiß) erscheinen und in ihre Anzüge schlüpfen. Kommen sie vom Einsatz, geht es zuerst in den „Schwarzraum“, wo die Schmutzkleidung abgelegt wird, um dann gegen saubere ausgetauscht zu werden. Die Räume, ebenso wie die Duschschleusen, sind getrennt und mit einem Einbahnstraßen-System versehen, so das saubere Menschen und Kleidung nicht mit der Schwarzabteilung in Berührung kommen. Das gilt für Männer und Frauen. Von den 69 Feuerwehrleuten sind drei weiblich und haben jeweils ihre eigenen Sanitärbereiche. Bei den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten auf den Löschzügen Baumberg und Monheim gibt es zehn Frauen bei 120 Mitgliedern.

Marcel Czerwinski sitzt in der neuen Zentrale. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Auch für den Rettungsdienst und seine Fahrzeuge ist das Schwarz-Weiß-System vorgegeben. Vorne – also „schwarz“ – kommen Fahrzeuge rein in die Desinfektionshalle und „weiß“ wieder zur anderen Seite ­hinaus.

33 Fahrzeuge haben nun Platz in dem neuen Feuerwehrbau

Drei Geschosse hat der Feuerwehrbau, wovon allein die Halle für die Einsatzfahrzeuge mit sechs Metern Höhe stellenweise zwei Etagen einnimmt. Von den Fluren und Büros der ersten Etage können Mitarbeiter in die Fahrzeughalle blicken, wo 33 Stellplätze für Lösch- und Sondereinsatzfahrzeuge gibt.

Neben einer perfekt eingerichteten, großen Edelstahl-Küche (mit Gas- und Elektroherd) gibt es eine Ecke mit Kaffeeautomat, Ruheräume – drei Doppel- und mehrere Einzelzimmer. Der große Fitnessraum, wo Feuerwehrleute an Cardio-Geräten ihre Kondition testen oder mit schweren Geräten ihre Kraft trainieren, steht auch den Freiwilligen offen. „Das kann Anreiz sein, Mitglied der freiwilligen Feuerwehr zu werden“, sagt Baur.

Auch wenn der alte Schlauchturm abgerissen worden ist, müssen die Feuerwehrleute nicht auf Trainingsmöglichkeiten verzichten. Ein neuer Turm gehört zur Wache und hat Steigleitern an den Wänden, von denen aus Räume zu erreichen sind, die typische Wohnsituationen nachstellen, etwa eine Küche oder ein Kinderzimmer mit Etagenbetten. Dort trainieren die Wehrleute, unter Hitzebedingungen fit zu bleiben für den Ernstfall. Auch Hartmut Baur erklimmt die Stufen.