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Monheim Die Monheimer erlebten beim Septemberfest drei heitere Tage mit Kirmesspaß, Artistik und Musik.

Monheim Kirmes und Bühnenprogramm : Es gibt wieder ein Septemberfest

Nach zwei Jahren kehrte das beliebte Septemberfest am Wochenende endlich wieder in das Berliner Viertel zurück. Drei heitere Tage voller Licht, Magie, Musik und Geselligkeit, die trotz abgespeckter Variante bei den Besuchern gut ankamen und auch die Schausteller zufrieden stimmten.

Bunte Lichter, laute Musik und der Geruch von Popcorn und Bratwurst mischen sich in der Luft. Überall tummeln sich Menschen, junge Familien samt Großeltern, zahlreiche Jugendliche. Die halbe Stadt scheint auf den Beinen zu sein. Der Ansturm auf das eingezäunte Gelände im Berliner Viertel zeigt, wie sehr sich die Menschen nach Abwechslung, Spaß und Geselligkeit sehnen. „Natürlich ist das schön, dass das Septemberfest wieder stattfindet“, freut sich Besucherin Jennifer (40). Für ihre beiden Töchter Tahany (11) und Selveraz (7) sei es nach der langen Pandemie ein riesiges Highlight, auf das sie sich schon lange gefreut haben. „Am Anfang hatten sie sogar etwas Angst, plötzlich so viele Menschen zu sehen“, berichtet die Mutter. Doch die verflog schnell, als sie das Trampolin stürmten und sich für eine Weile einfach schwerelos fühlen konnten. „Das Trampolin war das coolste“, urteilt Tahany. Und auch die Clowns waren toll, sagt Schwester Selveraz, während ihre dunklen Augen leuchten.

Insgesamt 1000 Genesene, Geimpfte und Getestete dürfen sich gleichzeitig auf dem großzügigen Platz mitten im Wohngebiet zwischen Brandenburger Allee und Grunewaldstraße aufhalten. Auf dem Platz selbst herrscht keine Maskenpflicht, nur auf den Fahrgeschäften und in engeren Warteschlangen, überall dort, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht gewahrt werden kann, muss sie aufgesetzt werden.

Ein Kompromiss, mit dem die Schausteller, die es im vergangenen Jahr besonders schwer hatten, durchaus leben können. „Man merkt, dass die Leute die Schnauze voll haben und endlich wieder raus möchten“, sagt Schausteller Marvin Issel. Die Stimmung auf dem Septemberfest gefällt ihm gut und auch seine Mini-Achterbahn wird gut genutzt. „Für uns Schausteller ist solch ein Fest vor allem emotional wichtig. Letztes Jahr haben wir sehr unter der Situation gelitten. Dieses Jahr war es etwas einfacher, auch wenn die Hilfen nicht ausreichen, als dass man auf eine solche Chance wie jetzt hier in Monheim verzichten könnte.“

Überall fehle aber Saisonpersonal. Die hätten sich in der Pandemie andere Jobs gesucht und kehren nun in den seltensten Fällen zurück in das harte Schaustellerleben. Einfacher sei es für Schausteller daher nicht geworden. Für gewöhnlich macht Issel pro Saison Halt an 16 bis 20 Stationen. In diesem Jahr hat er bislang gerade einmal vier Veranstaltungen bestritten. „Eine bis zwei habe ich noch vor der Brust, bevor die Weihnachtsmarktsaison beginnt.“ Ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein sehr wertvoller, findet Issel, der mit dem Verlauf des Septemberfestes durchaus zufrieden ist.

Das ist auch Georg Scheyer, Stadtteilmanager im Viertel, und gemeinsam mit der Firma Wilfried Hoffmann aus Leverkusen Organisator des Septemberfestes. Es sei nicht einfach gewesen, das Fest, das eigentlich schon abgesagt war, dank der Lockerungen doch noch kurzfristig auf die Beine zu stellen. Dass es doch noch geklappt habe, stimme ihn froh, auch wenn der beliebte Trödelmarkt nicht mehr zu realisieren war. „Wir hätten ein viel zu großes Areal mit Zugängen zu den Wohnhäusern einzäunen müssen. Das geht nicht“, so Scheyer. Das Publikum sei sehr diszipliniert, was die 3G-Regel anginge „und die kurzfristigen Schlangen am Eingang zu den Abendstunden waren auch unproblematisch.“ Im kommenden Jahr hofft Scheyer, das 42. Septemberfest wieder wie vor der Pandemie feiern zu können.