Monheim: Der Frauenchor geht neue Wege

Monheim: Der Frauenchor geht neue Wege

Im September sind gleich zwei Konzerte in der Festhalle geplant. Ein Höhepunkt sind Lieder aus dem Abba-Musical „Mamma Mia!“.

Monheim. Es ist noch ruhig im Pfannenhof an der Turmstraße. Aus dem hinteren Raum erklingt eine leise Melodie. Plötzlich wird es laut. "Oh Yeah! In Waterloo hat Napoleon aufgegeben", schmettert es durch den Raum. Dort probt der Frauenchor "klangfarben vocale" für das nächste Konzert. Rund 60 Damen machen mit.

Während sie sich singend auf ihre Positionen begeben, beobachtet Britta Adams die Situation kritisch. Gelegentlich macht die Choreografin eine Bewegung mit. "Es ist sehr schwer, so viele Beteiligte zu einer einheitlichen Bewegung zu bringen. Es soll ja nicht unordentlich aussehen", erzählt Adams.

Seit einem Tag übt die Gruppe die Choreografie und hat dabei schon sichtlich Fortschritte gemacht. "Es mussten alle erst einmal etwas lockerer werden", verrät die 38-Jährige. Und das nach nur sechs Stunden Einstudieren der Choreografie.

Die Proben für das Konzert gehen schon länger. Dabei werden nicht nur die schönsten Lieder aus dem Musical "Mamma Mia!" über die legendäre Band Abba zusammengefasst. Auch Stücke wie "Der König der Löwen", "Les Miserables" und die "Westsidestory" sind vertreten.

Inzwischen sind die Sängerinnen in ihr Lied vertieft. "Ich fühl mich wie ein Gewinner!", schallt es durch die Räume. Auf das Stichwort "Gewinner" heben sie einer Laola-Welle nicht unähnlich die Arme. Als sie daraufhin anfangen, im Takt mitzuklatschen, strahlen ihre Gesichter. Weiter geht es mit der deutschen Version von "Waterloo".

Margit Josiger ist seit etwas mehr als zwei Monaten im Frauenchor. Ihr machen die Proben um das neue Stück viel Spaß. "Ich mag besonders das Lied ,Dancing Queen’. Das erinnert mich an meine Zeit. Außerdem tanze ich gerne", so die 64-Jährige.

Hinter der Idee für das Musical-Konzert steckt Nicole Dreibholz. Die Chorleiterin wollte mit dem verstaubten Image brechen und zeigen, dass ein Chor auch modern sein kann. "Wir können nicht nur Liedchen singen. Wir werden eine richtige Show liefern, um die Leute zu unterhalten", sagt sie zuversichtlich.

Für jedes der Musical-Medleys soll es sogar separate Kostüme geben, um die verschiedenen Stimmungen zu kolorieren. Dabei treten diesmal nicht nur Chormitglieder auf. "Einige sind einfach nur für dieses Konzert dazu gekommen und wollen sich den Chor auf die Art und Weise mal näher ansehen", sagt Studentin Dreibholz. Offensichtlich überzeugt der Chor dabei, denn erste Anmeldungen gibt es schon.

Aktuell hat der Chor 52 aktive Mitglieder, die regelmäßig im Pfannenhof proben. Als das Lied zum Schluss kommt, geben die Frauen noch einmal alles. "Waterloo, letztendlich liebe ich Waterloo!" Die Frauen bringen sich in die Endpose. Als wären sie schon bei ihrem Konzert, strahlen sie die Chorleiterin an.